… erfährst du hier. Ich schreibe jeden Tag (ungefähr) auf, was ich gelernt habe. Im Mai habe ich viel gelesen, gejoggt und auch gegessen. Außerdem bin ich in einige Rabbit-Holes gefallen und habe jeden Tag etwas gelernt.
Hier, was ich im Mai gelernt habe:
- Der Titel des Buchs von Leonie Schöler, „Beklaute Frauen“, ist praktisch ein Euphemismus. Super-spannendes Buch, aber boah, bin ich sauer beim Hören.
- Dass Kronberg und Königstein für ihre Edelkastanien-Haine bekannt waren und das Kastaneum diese Geschichte nachzeichnet.
- Beim Wellnessnachmittag gelernt: Beim Sauna-Aufguss keine Eiskugeln mitnehmen, soll ja heiß werden in der Sauna. Außerdem nach dem Aufguss nicht klatschen (lieber nicht nachlesen: ist unhygienisch, mehr musst du nicht wissen), stattdessen darf auf Holz geklopft werden. Latschenkiefer – Mandarine – Gewürznelke ist auch im Mai eine schöne Geruchskombination. Wer am lautesten eine Zugabe fordert, ist am schnellsten verschwunden, sobald der Aufgussmeister außer Sicht ist. Saunahüte aus Filz sieht man immer öfter und sie sehen immer doof aus (wusste schon Martin von Haldewitzka und seine Beste noch davor).
- Im Butoh: Gute Übungen zur Stärkung der „menschlichen Sollbruchstelle“ Knie.
- Es ist Woche der Meinungsfreiheit und dazu gibt‘s Programm. Thema 2026 „Was ist wahr?“.
- Dass mein Blog gestern Abend nicht erreichbar war, lag an einer Störung der Firma, die den DNS-Service für alle .de-Adressen anbietet. Die sitzt sogar hier in Frankfurt, schreibt die Hessenschau.
- Dass ich mir Hoffnung gemacht hatte, merke ich manchmal erst dann, wenn sie enttäuscht wird.
- Am leichtesten ist Offline-Sein immernoch beim Joggen.
- Im Weltladen gibt es Knastkekse, die von einem Sozialprojekt mit italienischen Häftlingen hergestellt werden.
- Knastkekse kommen zum Muttertag sehr gut an. Beim Elternbesuch sind wir gemeinsam in ein Rabbit Hole gefallen: Begonnen damit, dass Barbie dem Lilli-Comic aus der Bild-Zeitung nachempfunden wurde. Schließlich landeten wir beim Tausendsassa Eudard Rhein, der einerseits das Füllschriftverfahren für Schallplatten entwickelte, überhaupt den Rundfunk revolutionierte und andererseits die Hörzu zum Millionenblatt entwickelte und den Mecki-Hype befeuerte. Er erfand außerdem den Begriff Schleichwerbung, schrieb einige Romane (eventuell ließ er auch in einer Schreibwerkstatt schreiben), überwarf sich mit Axel Springer und lebte zuletzt als Millionär an der Außenalster und in Cap Ferrat und Cannes an der Cote d’Azur.
- Dass im Ostpark mindestens eine Schildkröte wohnt und dass sie mich beim Joggen beobachtet.

- Frisch gebackene Rentner:innen sehen nach nur wenigen Wochen schon entspannt, braungebrannt und fit aus.
- Pariser Kranz (Paris Brest) ist leckerer als Frankfurter Kranz.
- Durch eine Arte-Doku alles über Brian Jones und die Rolling Stones in unglaublich vielen Bewegtbildern, sogar aus seiner Kindheit. Doch die Doku lässt mich ratlos zurück, weil einfach alles, alles seinen Platz in der Dokumentation findet, doch sich kein Bild daraus ergibt. Für mich hätten es einfach mehr Infos über sein musikalisches Schaffen sein dürfen. Brian Jones spielte: Slide-Gitarre, Munharmonika, Blockflöte, Sitar, Harfe, Marimbafon, Dulcimer, Cembalo, Kazoo, Banjo, Orgel, Saxofon, Posaune, Klarinette, Piano und Mellotron und ertrank 1969 in einem Pool.
- Erneut gelernt: Mein Lieblingsimbiss in Frankfurt ist immernoch Burger am Turm. Perfekter Start für einen nieseligen Shopping-Nachmittag.


- Sag den Leuten, wenn sie die falschen Geschenke bringen und sei die Person, die Wanderpokal-Geschenke direkt entsorgt, bevor es in weit entfernter Zukunft jemand bei der Auflösung deiner Wohnung tun muss. Außerdem: Rotwein – und insbesondere die Korken – halten nicht ewig.
- Mit dem richtigen Buch fällt Konzentration ganz leicht. Das Hummelhirn von Judith Holofernes will man gar nicht aus der Hand legen.
- Wenn Assistenzen im Online-Meeting berichten, wie viele unterschiedliche Tools im Unternehmen genutzt werden und dass es deswegen an Übersicht und Abstimmung fehlt, nickt der gesamte Meeting-Bildschirm einhellig.
- Dass es im Niederräder Stadtwald Hirschkäfer gibt (oder immerhin einen gab, dem Exemplar, das wir in der bewegten Mittagspause gesehen haben, gings eher mies). Chiapudding und Rühreibrötchen halten nicht bis zum Abendessen vor.
- Gelernt: Mich nicht in die volle Wild Thing Yogapose zwingen, weil das nicht besonders achtsam wäre. Wenn ich jetzt noch die Übungen wirklich im eigenen Atemrhythmus machen würde oder mir wirklich so viel Zeit nehmen würde, wie ich brauche, um aus Shavasana im Hier und Jetzt anzukommen … es würde den ganzen Kurs durcheinander bringen … recht wahrscheinlich sogar die ganze Welt.
- Ich hasse Meeting-Kekse (kein neues Learning, aber es hat sich auch dieses Mal wieder bestätigt).
- Parshad Esmaeili schreibt in ihrem Buch „Papa weg, Mama müde, ich laut“ über Einsamkeit und wählt gleichermaßen spirituelle und popkulturelle Bilder zur Verfremdung und Vermittlung ihrer Erfahrungen. Ganz nebenbei beschreibt sie analytisch Mikro-Agressionen im Entertainment-Betrieb.
- Ikea kann auch mal enttäuschen, zum Beispiel, wenn zwei der drei Wunschobjekte nicht da sind und das dritte gar nicht so aussieht, wie auf dem Foto.
- Endlich einen Abstecher zur Zitadelle von Bitche gemacht und die Festung umrundet. Schöner Weitblick auf die Nordvogesen (auf dem Foto sieht man la Ligne Bleue). Dennoch weiterhin kein Riesenfan von Defense-Tech.

- Dass mein WordPress-Theme auch runde Foto-Zuschnitte zulässt. Ich find’s drollig für Bilder im Artikel, die eher beschreibend gemeint sind.
- In meiner Küche gibt es einen immerwährenden Gelierzucker-Zyklus (ganz ähnlich dem Meerschweinchen-Dilemma im Buch „Magical Mystery“). Auch für das kommende Holunderblütegelee-Experiment habe ich im Glauben, dass der Vorrat leer sei, neuen Gelierzucker gekauft, der mir dann die kommenden drei Jahre aus der Schublade heraus Vorwürfe macht, dass ich eine schlechte Hausfrau bin, wenn ich nicht wenigstens ab und zu etwas, das direkt vor der Hautür wächst, zu Konfitüre oder Gelee verarbeite.
- Gelee wird nie so fest, wie ich es mir vorstelle, aber ja, er glibbert.
- Beim Friseur: Meine Haare verändern sich. Aber mein Geist fühlt sich nicht anders an.
- Durch ein hilfreiches Video, wie Copilot Studio funktioniert. KI-Agenten mit mehr Kontrolle bauen, indem ein neuer Schritt hinzugefügt wurde, der es ermöglicht, die Interaktion des Agenten genau zu steuern: Welche Fragen sollen aus welcher Quelle beantwortet werden? Wann wird ein Mensch hinzugezogen? Wann eine automatisierte E-Mail erstellt?
- Beim Anprobieren: Meine Kleidergröße verändert sich. Aber mein Geist fühlt sich nicht anders an.
- Schilder können funktionieren.

Was ist das hier genau? Ich bin nicht die einzige, die eine Gelerntes-Liste führt: Die Idee kommt von Ines und ich habe durch Ilka, die das schon länger durchzieht, davon erfahren.
Bei mir hat die Liste diesen Twist, dass ich nicht bis Monatsende warte, um sie zu veröffentlichen. Warum auch warten?!

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