Am 12. April 2026 hat der Freundeskreis des Künstler*innenhaus Mousonturm einen Flohmarkt für den guten Zweck veranstaltet. Ich habe einen kleinen Standplatz gebucht und dabei 12 Fotos von meinem Tag gemacht für #12von12.
Dies hier ist der Beitrag für #12von12 – einer Blogparade von Draußen nur Kännchen. Dabei dokumentiert man den 12. des Monats mit 12 Bildern.
Diesmal gibt es kein obligatorisches Kaffeefoto, denn ich habe nur die zweite Tageshälfte festgehalten: Den Flohmarkt des Freundeskreis Künstler*innenhaus Mousonturm. Ich hatte einen Ein-Meter-Stand reserviert und mich mit M. getroffen, um ein paar Sachen zu verkaufen und das bunte Hipstertreiben zu genießen.

Gegen 12 Uhr ging es für mich los, der Aufbau-Slot war für 12:30 Uhr festgelegt. Die Orga-Mail dazu war gut strukturiert und eindeutig, was Anfahrt, Brandschutz und Müllentsorgung angeht. Das Thema Anfahrt hieß für mich Öffis.
Flohmarkt ohne Auto bedeutet zweimal die U-Bahn zu nehmen und ein ordentliches Stück Fußweg. Erste Runde: Klapptisch platzieren. Zweite Runde: Ware herbeischaffen. Merke: Der faule Esel schleppt sich mit einem Mal zu Tode.

Den ersten Weg mit dem Tisch hab ich gut dokumentiert, den zweiten mit den Taschen dann nicht mehr (keine Hand frei). Genau eine Station bin ich gefahren, der Rest war zu Fuß machbar. Schön langsam.

Die Rolltreppe in der Station Habsburgerallee führt übrigens nur bis zum Plateau, danach Treppensteigen für alle. Auf der anderen Seite der Station fährt auch ein Aufzug (ganz nach oben), dann hätte sich die Fahrt aber fast gar nicht mehr gelohnt.
Jetzt nur noch die Waldschmidtstraße hochlaufen.

Es ist Regen angekündigt, aber das Wetter hält sich auch bei bedecktem Himmel. Dennoch bin ich froh, dass der Stand in einem der Studios im ersten Stock des Mousonturms stehen wird und ich mich gar nicht über Regen sorgen muss. Ich gebe M. Bescheid, dass ich gleich da bin.
Vor mir sind noch andere Flohmarkt-Aussteller zu Fuß unterwegs.

Oben links im Bild kann man schon ein Stück des Mousonturms sehen. Ein ganz außergewöhnlicher Fabrikbau mit dreieickigen Fenstern und sehr kunstvoll gestalteter Backstein-Fassade.
Ich treffe M. vor dem Gebäude, wir melden uns für den Aufbau an, bekommen einen Einlassstempel und einen Platz im Studio 2 – das hat sogar Fenster! Nachdem wir den Tisch und ein paar Sachen von M. abgestellt haben, mache ich mich auf zur zweiten Tour und bekomme sofort eine Bahn.

Das sind die beiden Taschen mit Flohmarkt-Ware, die ich in den letzten Tage gepackt habe. Erst die Reste vom Umzug (eine Tasche voll), dann nochmal in jeden Raum und in jeden Schrank geschaut (die zweite Tasche voll).
Ich bin mit den Taschen zwar gut ausbalanciert, aber auch langsam. Den Aufzug am Parlamentsplatz teile ich mir mit einer Mutter mit Kinderwagen – ob sie wohl auf dem Weg in den Zoo sind? Die Bahn kommt (wieder!) sofort.

M. schlägt per Messenger vor, mit etwas entgegen zu kommen und beim Tragen zu helfen – eine große Hilfe, meine Arme waren schon langgezogen!
Lückenlose Dokumentation gibt’s natürlich nicht. Hier der Tisch und ein paar Sachen von M. beim Aufbau – wir waren die ersten im Studio.

Wie der ganze Krempel auf diesem kleinen Tisch Platz finden soll? Darüber hab ich vorher nicht nachgedacht und bisher hat es immer irgendwie geklappt. Wir okkupieren einfach auch die Fensterbank.
Kleiner Exkurs: So sieht der Mousonturm von außen aus (so sonnig und leer war es aber am 12. nicht, daher ein Bild aus dem Herbst).

Der Mousonturm gilt als erstes „Hochhaus“ Frankfurts und wurde zwischen 1923 und 1926 als Kosmetikfabrik gebaut. Wieder eine Spur der Industriekultur im Frankfurter Osten.
So, während dieses kleinen Seitenblicks haben M. und ich alles aufgebaut und wurden von unserer Standnachbarin mal hier und mal dort hin gelotst.

Wir merken schnell: Unser Stand ist etwas besonderes. Ganz klein, wenig Mode, alles echte Flohmarktsachen, nix dazugekauftes. Links von uns werden Grafiken verkauft, rechts vor allem Jeans und Schuhe.
Die etwas ruhigere Phase zwischen Aufbau und Start des Flohmarkts um 14 Uhr überbrücken wir mit Milky Olong Tee und Keksen. M. hat Hocker und Verpflegung für uns mitgebracht.

Es dauert ein Weilchen, bis die ersten Leute in Studio 2 kommen und dann ist es schnell so voll, dass der Brandschutz draußen für Schlangenbildung sorgt. Deswegen kann ich mich auch gar nicht auf dem restlichen Flohmarkt umschauen, wir haben ganz gut zu tun.
Der anfängliche Minimalismus ist nach dem Aufbau sowas von vorbei. alle anderen haben große Flächen reserviert und bergeweise Klamotten mitgebracht.

Die Besucher kaufen später genug, um die Standmiete und einen kleinen Gewinn zu erwirtschaften. Es geht wohl eher ums flanieren (der Eintritt hat immerhin schon 5 Euro Spende gekostet) und sich umsehen.
Wenn ich verkaufe, erzähle ich kleine Geschichten zu jedem Stück – zum Beispiel, dass die Keramikschüssel mal auf dem Weihnachtsmarkt im Hessenpark gekauft habe. Ein bekanntes Gesicht ist auch dabei – jemand aus dem Industriekultur-Bildungsurlaub.
Vom Rest des Tages gibt es kaum noch Fotos. Wir bleiben bis 18 Uhr, räumen dann die Reste zusammen, die Taschen werden immer leerer. M. ist so lieb, den Tisch bei sich unterzustellen, damit ich nicht wieder doppelt laufen muss und bringt mich noch zur U-Bahn … und im Aufzug treffe ich das Mutter-Kind-Duo von Mittags wieder. Sie waren nicht im Zoo, sie denkt aber, das Kind sei jetzt wahrscheinlich im richtigen Alter für die ersten Besuche im Zoo und Palmengarten.
Es war ein sehr schöner Nachmittag!
Um den Weg des Tischs noch abzuschließen das ultimative Bonus-Material vom 13. April, wie K. den Tisch ganz locker unterm Arm geklemmt heimträgt.


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