Auch im Oktober halte ich jeden Tag fest, was ich gelernt habe. Ich bin davon überzeugt, dass ich jeden Tag etwas Neues lerne: Über die Welt und manchmal über mich.
Wenn ich erzähle, dass ich jeden Tag aufschreibe, was ich gelernt habe, bekomme ich oft die Antwort: „Wirklich? Jeden Tag?! ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt jeden Tag etwas lerne.“
Ich wusste das auch nicht, bis ich es einfach aufgeschrieben habe. So eine Liste schärft den Blick und bietet auch Platz für all das unnütze Wissen. Es geht weiter.
- Frankfurt ist ein Dorf und am Bahnhof trifft man auch mal zufällig liebe Netzwerkkolleginnen aus München.
- Dass der Vlexx ausnahmsweise über Bingen, Kirn und Fischbach-Weierbach fährt und entsprechend länger unterwegs ist. Auch gelernt: Stimmung bei Zugverspätung ist besser, wenn alle entspannt bleiben.
- Ich vertrage nicht mehr so viel Wein wie früher. Aber ich bereue nichts.
Eine drei Stunden Bahnfahrt kann auch sechs Stunden dauern.
Besseres Learning: Wie „Manifestieren“ funktioniert: Ich hatte Lust auf Zimmerpflanzen und habe nun Grünlilien (=Kollegen nach Ablegern gefragt und etwas später erhalten), ordentlich umgetopfte Sukkulenten (= kleine Töpfe bei meinen Eltern abgeholt und die Ikea-Pflanzen im Haus nicht mehr ignoriert) und heute die Nachricht bekommen, dass ich die ulkige Pflanze aus dem Tanzraum adoptieren darf (= ich hatte es angeboten, es wurde intern besprochen und es klappt) „manifestiert“. Ich glaub, mehr ist es nicht: Sich um etwas kümmern und bemühen bringt oft positive Ergebnisse.- Dass die Kantine ihr Menü an das Länderthema unserer Präsenzveranstaltung angepasst hat.
- Dass auf dem Bürogelände ein fleißiger Grünspecht lebt, der kurz vor Acht sein Specht-Ding durchzieht.
- Was am helllichten Herbstnachmittag im Bürgergarten (neben dem Ostpark) los ist: Menschen unterhalten sich auf Bänken oder joggen oder sind mit dem Rad unterwegs und beobachten Eichhörnchen, Kaninchen, Gänse und den Farbwechsel der Laubbäume.
- Bei „Ask Hank Anything“ gelernt, Recycling als ein großes Gemeinschaftsprojekt zu betrachten und wertzuschätzen.
- Es gibt kleine Abziehbilder mit denen man einfache Kerzen etwas verschönern kann. Funktioniert wie die Tattoos aus der Bravo: Schutzpapier enfernen, Motiv auf der Kerze platzieren, mit einem Lappen oder Schwamm gut anfeuchten und kurz warten, bevor man das Trägerpapier abnimmt. Nennt sich auch Aquatransfer oder aber Kerzen-Tattoo und kostet fast nix.
Was ist das hier genau? Ich bin nicht die Einzige, die eine Gelerntes-Liste führt: Die Idee kommt von Ines und ich habe durch Ilka, die das schon länger durchzieht, davon erfahren.
Bei mir hat die Liste diesen Twist, dass ich nicht bis Monatsende warte, um sie zu veröffentlichen. Warum auch warten?!
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