Am Fünften des Monats ist es Zeit für einen „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“-Beitrag. Angezettelt von Frau Brüllen schreiben dann nämlich alle Blogs, die etwas auf sich halten, einen Tagebuch-Eintrag. Wie sich das eben so gehört mit dem Hashtag #WmdedgT
Es ist Donnerstag, der 5. November 2026 und für mich Tag vier der California Week. Aber first things first.
Der Wecker hat heute um 6:30 Uhr geklingelt, aber ich konnte mir mit dem Aufstehen Zeit lassen, denn ich gehe diese Woche nicht ins Büro. Also erstmal Kaffee und in der Onleihe Zeitung lesen. Ich wollte mehr über die Midterm-Ergebnisse erfahren, ein paar gute Nachrichten zum Start des Tages.
Die letzte Scheibe Brot mit dem letzten Stück Käse gefrühstückt und Tee im To-Go-Becher vorbereitet und dann ins Bad. Outfit hatte ich mir schon rausgelegt. Nach dem Anziehen war auf einmal schon 9:00. Uhr, Zeit loszugehen. Tasche mit den Yoga-Sachen nicht vergessen!
Auf nach California
Ich fahre mit der U-Bahn bis zum Zoo und laufe das letzte Stück zur vhs, denn ich habe Bildungsurlaub: California Week. Das ist ein Wochenkurs, der Englisch und Yoga kombiniert.
Im Aufzug stelle ich fest, dass mein Tee zuhause geblieben ist, also ziehe ich einen großen Kaffee am Automaten und sitze pünktlich im Unterricht mit Gary aus Kalifornien. Alle Kursteilnehmerinnen trudeln nach und nach ein, jede auf ihrem angestammten Platz.
Es ist ein Konversationskurs und wir erfahren, dass Kalifornien mit Xavier Bacarra nun den ersten Latino zum Gouverneur gewählt hat. Wir lernen wieder etwas über die Zusammenhänge zwischen Spiritualität, Hollywood und Technologie, eine einzigartige Mischung, die Kalifornien so sehr ausmacht. Am Beispiel von Star Wars und der Verbindung von Lucasfilms (führend in Special Effects), dem Esalen Institute in Big Sur und der Idee der Heldenreise, die in den Star Wars Filmen der 70er Jahre so perfekt umgesetzt wurde.
Nach der Kaffeepause geht es weiter mit einer Praxisübung: Wir sehen und hören das Californication-Video von den Red Hot Chilli Peppers und diskutieren über Referenzen im Song, die Gegensätze, die beschrieben werden und Streifen die Bereiche Glamour & Body, Globalization, Space & Sci Fi und Culture. Dass sogar in kleinen Versatzstücken wie dem „Firstborn Unicorn“ so viel Potenzial steckt … ist es nicht sonst immer das letzte Einhorn? Geht es um ein Königreich? Oder doch nur um den Reim? Ohrwurm sitzt auf jeden Fall fest. Wie immer wird die Zeit knapp.
Mittagspause im Café dauert leider auch länger und verspätet starten wir in die letzte Einheit mit Gary: Environmentalism in California mit einem abrupten Ende, denn pünktlich um 15 Uhr werden wir von Sabina abgeholt.
Oceanside Yoga
Sabina hatte bisher die Nachmittags-Englischeinheiten mit uns, bei denen wir virtuell San Francisco, Monterey und L.A. besucht haben. Den Wechsel in den Yogaraum leitet sie immer ein mit dem Hinweis, dass wir uns nun mental zum Oceanside Yoga begeben sollen.
Heute haben wir nur die Yoga-Einheit mit ihr, weil Gary morgen keine Zeit hat und wir dafür den gesamten Tag mit Sabina. Ich wünsche mir zu Beginn der Yogastunde einen Schwerpunkt auf Achtsamkeit, weil mir die Woche zu schnell zu Ende geht und wir uns gar nicht richtig von Gary verabschieden konnten. Sabina kommt dem Wunsch nach und in der Abschlussmeditation fange ich an, entspannt zu Schnurcheln – das Gaumensegel ist schwer, aber ich bin wach.
In der Umkleidekabine spricht mich die wohl coolste (aber auch sehr schüchterne) Teilnehmerin des Kurses an, um sich für meine Hinweis auf die fehlende Verabschiedung zu bedanken, ihr ginge es wie mir und alle in der Umkleide stimmen sofort zu. Es wird der Entschluss gefasst, Gary zu schreiben, um nochmal Danke zu sagen.
Nach dem Kurstag mache ich nicht mehr viel: Kurzer Stop beim Discounter. Ich kaufe (neben ganz viel anderem Quatsch)eine Kaki und werde später oder morgen früh googeln, wie man die wohl isst. Ich hoffe, sie passt zum Müsli
San Francisco von oben und der L.A. River
Zuhause angekommen trinke ich den inzwischen kalten Tee, knabbere ein paar Chips und gebe aus einer Laune heraus das Stichwort „California“ in der Filmfriend App ein und bekomme zwei Dokumentationen angeboten: Kalifornien von oben (es geht unter anderem um Hurst Castle, Golden Gate, Highway One und zeigt neben den erwartbaren Industrieanlagen erstaunlich viele Golfplätze, die kamen im Kurs nicht vor). Die andere Doku beschäftigt sich mit dem Wasserverbrauch von L.A. und den Überlegungen, den komplett betonierten L.A. River vorsichtig zu renaturieren.
Heute passiert nicht mehr viel: fertig bloggen, K. anrufen und dann langsam ins Bett gehen. Natürlich nicht, ohne nochmal bei Frau Brüllen nachzusehen, was alle anderen heute so erlebt haben.

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