TOKYO TAXI

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Tokyo Taxi bildete für mich den Abschluss der Nippon Connection 2026, schön gemachtes Remake von „Driving Madleine“ mit absoluter Starbesetzung.

Was passiert, wenn man eine 85jährige Dame, die ihr Leben ganz nach den eigenen Vorstellungen lebt, mit dem Taxi abholt? Es entsteht ein guter Film, der die Lebensgeschichte der Dame einfängt und die Beziehung zwischen einem einfachen Taxifahrer und seiner eigenwilligen Gästin nachzeichnet.

Tokyo nochmal sehen – die Rahmenhandlung

“Tokyo Taxi“ ist das japanische Remake des französischen Films „Driving Madleine“ von 2022. Außerdem ist Tokyo Taxi ein gut gemachter Spielfilm der in verschiedenen Rückblenden die Lebensgeschichte von Sumire geschildert wird.

Sumire bucht sich ein Taxi, um sich in ein Seniorenheim am Meer bringen zu lassen, eine etwa dreistündige Fahrt. Doch während der Fahrt lässt sie ihren Fahrer Kôji allerhand Umwege und Zwischenstopps an Orten machen, die sie aus ihrer Vergangenheit kennt. Kôji und Sumire verbringen so einen ganzen Tag gemeinsam im Taxi und bauen eine Verbindung zueinander auf.

Niemals aufgeben – die Erzählung von Sumires Leben

Früh sehen wir die Zeichen dafür, dass Sumire im Wohlstand lebt. Ihre LVMH-Koffer und der Disput mit ihrem Notar zu Beginn des Films lassen keinen Zweifel.

Doch die Geschichte, die Sumire erlebt hat, ist dramatisch. Ihre erste Liebe war ein Koreaner, der in den 50er Jahren wieder nach Korea zurückkehrte, um das Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Dass Sumire von ihm schwanger ist, weiß er nicht. Sie muss also ihr Kind zunächst allein mit der Hilfe ihrer Mutter großziehen und gerät schließlich in eine gewaltsame Ehe.

Stück für Stück enthüllt Sumire ihre Lebensgeschichte und zögert ihre Ankunft im Altersheim immer weiter hinaus …

Klare Story mit großartiger Besetzung

Tokyo Taxi ist auf meiner Festival-Liste gelandet, weil ich ein großer Fan von Chieko Baishō bin. Ich habe sie zum ersten Mal im Eröffnungsfilm der Nippon Connection 2023, „Plan 75“ gesehen und halte sie für eine außergewöhnliche Künstlerin. Auch in Tokyo Taxi habe ich sie gerne gesehen.

Der Film folgt – da er ein Remake ist, ist es auch kein Wunder – einer klassischen französischen Erzählweise, hat also weniger Wendungen, als ich es in einem japanischen Film normalerweise erwarten würde. Schönes Popcorn-Kino und ein klassischer Abschluss für das Filmfestival 2026.


TOKYO TAXI, Yoji YAMADA, Japan 2025, 103 Minuten, gesehen als Deutschlandpremiere.


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