Es ist Dienstag, der fünfte Mai 2026 und die Blogosphäre schreibt kollektiv ihr Leben ins Internet, denn Frau Brüllen fragt „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“
Ich war heute wieder vor dem Wecker wach, so gegen 5:30 Uhr, richtig aufgestanden bin ich dann um 6:00 Uhr.
Tasche für den ersten Bürotag seit zwei Wochen gepackt. Handy and Ladegerät angeschlossen. Gelesen. Noch schnell den Abwasch von gestern erledigt. Erdbeeren im Kühlschrank ernst angeschaut und mir eingeprägt, dass die heute gegessen werden sollten. Dann Aufbruch in die Bürostadt.
In der U-Bahn fällt mir auf, dass das Handy noch zuhause lädt. Halb so wild, die Streetart am Bahnhof Niederrad nehme ich mit dem Diensthandy auf. Ich habe gute Laune, treffe gleich am Eingang eine liebe Kollegin, wir sprechen im Aufzug darüber, dass ich ja sehr sportlich sein müsse, schließlich sei ich auch immer bei den Firmenläufen dabei. Ich erzähle ihr, wie das kommt: Vor ein paar Jahren habe ich für mich erkannt, dass es ja in jedem Team jemanden geben muss, die als Letzte oder Vorletzte ins Ziel kommt und habe dann beschlossen, dass ich das einfach sein kann. Deswegen bin ich immer dabei (außer beim Staffellauf, da ist mir die Verantwortung dann doch zu hoch).
Im Büro einige mündliche Abstimmungen mit Kollegen noch während das Teewasser kocht – vor dem ersten Bürokaffee. Die Liste mit Aufgaben füllt sich. Auch in den E-Mails sind noch To-Dos, sogar sehr nette, wie verschiedene Mittagspausen und Kaffeeverabredungen. Ich komme gut voran. Zwischendurch zeigt sich, dass ich auch die Kopierkarte zuhause vergessen habe. Heute bin ich also diejenige, die den Kollegen Dinge mit der Bitte um Ausdruck zusendet.
Für die Kantine brauchte ich die Karte nicht, eine Kollegin hat (aus Anlass und auch aus Passion) ihr privates Catering in unserer Büroküche aufgefahren. Auch unser alter Chef ist eingeladen und berichtet über den schönen Campus Westend, wo er Kurse der U3L belegt hat. Ich manage es währenddessen, die leckeren selbstgemachen Yogurette-Bites der Kollegin so zu essen, dass sie nicht auf dem Teller zerbersten und quer durch die Küche fliegen. Kollegin fragt mich nach meinen Urlaubsplänen und ich gebe zu, dass alles noch nebulös ist von „Tallin“ über „mit Boot durch Kanäle in Lothringen schippern“ bis „mit dem Deutschland-Ticket ins Blaue“ ist alles denkbar. Neuentdeckung am Rande des Festmahls: Crispy Chili Oil.
Nach der Mittagspause muss ich umorganisieren und einige To-Dos für heute fallen lassen. Ich möchte die Messekisten so schnell wie möglich aus meinem Büro verfrachten und fahre dazu einige Sachen durchs Haus, schreibe einige Mails und Teams-Nachrichten. Danach entspannte Datenpflege für eine Veranstaltung und auf den letzten Metern vor Feierabend noch die Aktualisierung der Kennzahlen meines Newsletters – war nicht dringend, aber die Zeit war damit gut genutzt. Laptop zu und Feierabend. Auf dem Weg zum Aufzug schau ich noch bei der einen Lieblingskollegin rein. Wir quatschen uns eine halbe Stunde lang fest. Es geht um Selbstfürsorge im Büro, um Veränderungsprozesse und ums Loslassen.
Ich gehe mal wieder in den Discounter in Bahnhofsnähe, um für mein Abendessen zu sorgen. Ohne Einkaufswagen und Korb jongliere ich Salat, Fisch, eine interessante Quarkspeise und Knabbersachen (extra die weniger attraktiven Grissini für den Vorrat). Es gibt nur noch eine mit Mensch besetzte Kasse, doch die Selfservice-Stationen kommen für mich ohne Handy mit Payfunktion nicht infrage [Anm. jetzt wo ich drüber nachdenke, fällt mir ein dass ich durchaus auch eine Bezahlkarte im Geldbeutel gehabt hätte].
Vor mir in der Schlange steht eine Mutter mit fröhlichem Kind und Großeinkauf. Vor ihr ein gewerblicher Riesen-Einkauf – der Einkaufswagen ächzte deutlich unter der Last – sowie ein Mann mit vollem Einkaufskorb, der irgendwie dazwischengeschoben wird. Die Kassiererin bleibt cool und es läuft wie am Schnürchen. Aus der Unterhaltung schließe ich, dass der Mann, der warten musste, seinen Einkauf schon erledigt hatte … fast. Durch einen Anruf abgelenkt ist er wohl versehentlich gegangen, ohne zu bezahlen, was er nun, nachdem es ihm aufgefallen war, nachholte.
Gegen 18 Uhr bin ich schließlich auf dem Bahnsteig und die Bahn kommt direkt. Umstieg in die U-Bahn auch nur mit wenig Wartezeit.
Zuhause bereite ich den Fisch zu, dazu gibt es Salatmischung mit Gurke aus dem Kühlschrank und einem improvisierten Tahini-Dressing. Nachtisch: Erdbeeren mit griechischem Joghurt. Danach schaue ich das Prequel zu „The Bear“, „Gary“. Ein Roadtrip von Mikey und Richie, bei dem aus dem Nichts eine Bar auftaucht. Schöner Soundtrack, praktisch keine weiblichen Rollen. Ich nicke etwas weg dabei.
Dann das übliche Videotelefonat mit K. und jetzt noch dieser Blogeintrag für #wmdedgt. Alle Beiträge werden bei Frau Brüllen, die die Sache dankenswerterweise angezettelt hat, gesammelt.

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