Wandern auf dem Drei-Burgen-Weg im Taunus

Auf der Burg Königstein gibt es vieles zu entdecken.

Eine Taunus-Rundwanderung zwischen Kronberg, Königstein und Falkenstein im Mai: Wir haben alle drei Burgen gefunden, aber den Wald vermisst. Das Burgen-Erlebnis ist hervorragend, die Wegkennzeichnung eher nicht.

Ich war mal wieder wandern mit K., diesmal im sonnigen Taunus. Im Gegensatz zum Quellenwanderweg war der Drei-Burgen-Weg tatsächlich ein Rundweg und wir haben alle drei Burgen gefunden.

Das Wanderwetter war ausgezeichnet und es gab allerhand zu sehen: Kronberg zeichnet sich durch die vielen pitoresquen Treppchen und Mäuerchen aus. Königstein hat hier und da 50er Jahre Charme und eine toll erhaltene Burg, deren Turm man besteigen kann. Falkenstein ist am naturnahstesten gelegen und bietet einen wunderbaren Weitblick bis zur Frankfurter Skyline.

Das Burgen-Erlebnis ist also top, doch leider haben wir das Wandern im Wald sehr vermisst. Die meisten Wege, die wir genommen haben, waren asphaltiert und viel Strecke verliefe entlang von Landstraßen oder durch Wohnviertel.

Das ist laut Wegbeschreibung nicht so vorgesehen, doch leider, leider weist die Beschilderung des Wegs große Lücken auf. Wir haben daher vieles, was auf dem Drei-Burgen-Weg angekündigt wird, verpasst. Sehr schade.

Drei-Burgen-Weg – bescheiden beschildert

Drei Burgen Weg im Taunus ist mit Stickern beschildert - viele waren es nicht.

Dass auf mehreren Internetseiten so stark betont wird, dass der Drei-Burgen-Weg „durchweg ausgeschildert“ oder sogar „unheimlich gut ausgeschildert“ sei, kann ich aus meiner Erfahrung nicht nachvollziehen.

Die „Beschilderung“ sind einfache Sticker und sie fehlen an den entscheidenenden Stellen.

Dazu sollstest du wissen: K. und ich sind ganz ohne technische Hilfsmittel unterwegs, denn wir sind etwas verwöhnt von den Wegen in den Vogesen, die vom Club Vosgien hervorragend gepflegt und gekennzeichnet sind.

Aus meiner Sicht solltest du dich beim Drei-Burgen-Weg keinesfalls auf eine Wegkennzeichnung verlassen, sondern dann lieber die GPX-Daten laden und der Beschreibung von Barbara folgen.

Da es sich um einen Rundwanderweg handelt, haben K. und ich uns für den Start in Kronberg entschieden. Von Frankfurt aus ist das eine halbe Stunde Fahrt mit der S4.

Wir verpassen leider unsere erste Bahn (später dazu mehr) und nehmen die nächste, 30 Minuten später.

Von Frankfurt aus mit der S4 nach Kronberg

Start des Rundwegs in Kronberg

Am späten Samstagvormittag landen wir in der Kronberger Stadtmitte, wo gerade noch der Wochenmarkt stattfindet. In der Bäckerei um die Ecke besorgen wir uns ein Picknick für später und machen uns – ganz ohne Beschilderung – auf den Weg zur Burg.

Samstags ist Wochenmarkt in Kronberg
Wochenmarkt in Kronberg – wir sind spät dran, alles läuft ganz gemächlich in der Mittagssonne.

Der Drei-Burgen-Wanderweg ist so gedacht, dass man auf einem Parkplatz in Königstein startet, aber ein Rundwanderweg sollte ja wohl gerade nicht auf dem perfekten Startpunkt fußen, sondern über die ganze Strecke funktionieren, oder nicht?

Die kronberger Altstadt hat viel Fachwerk.
Ritter auch am Fachwerkhaus: Wir bekommen Bock auf Burg.

Auf dem Weg durch die drollige Altstadt bekommen wir auf jeden Fall Lust auf eine schöne Wanderstrecke: Es gibt hübsches Fachwerk und viele kleine Gäßchen und Treppchen zu sehen. Was wir nicht sehen: Schilder, die den Drei-Burgen-Weg anzeigen. Auch nicht direkt vor der Burg.

Die Burg von der anderen Seite – die Aufnahme habe ich auf dem Rückweg aufgenommen.

Von der Burg aus gibt es keinen direkten Weg in den Wald, wir laufen ein paar alte Steinmauern entlang und fragen letztendlich eine Anwohnerin: Von diesem Weg hat sie noch nie gehört, aber sie schickt uns zum nächstgelegenen Waldweg Richtung Opel Zoo.

Pitoresque Treppen, Gärtchen und alte Mauern in Kronberg
Treppauf und treppab: Kein Aufkleber mit Burgen-Logo in Sicht.

Wir wechseln also ungewollt vom Drei-Burgen-Weg auf die Safari-Route (von Zoo zu Zoo) und nehmen eine hübsche Strecke durch den Wald und am Kastaneum entlang, wo wir auf Infotafeln auch etwas über die Edelkastanienzucht vor Ort lernen. Schließlich gelangen wir zum Opel Zoo und können von außen einen Blick auf Mini-Ferkel, Schafe, Ponys und Dromedare werfen.

Blick in den Opelzoo vom Wanderweg aus.
Buntes Treiben im Zoo bei den Lämmern.

Hier finden wir zum ersten Mal einen Drei-Burgen-Weg aufkleber und werden damit zum Ortseingang von Königstein gelotst.

Pause with a view in Königstein

Korrekt ausgeschildert, aber eben doch quer durch die Stadt kommen wir zur Altstadt und ich gönne mir ein Eis an der ersten Eisdiele am Platz, die wo die Leute Schlange stehen. K. ist etwas weitsichtiger und testet stattdessen die schönste Eisdiele in der Innenstadt. Ich darf das Pampelmusen-Sorbet probieren und schwöre mir, nie wieder auf Warteschlangen hereinzufallen.

Königstein hat Fifties Flair. Eis Dolomiti war das bessere Eiscafé.
Königsteiner Fifties-Charme – ist das nicht eine wunderbare alte Leuchtreklame?!

Wo bitte geht’s hier jetzt zur Burg? Wieder lässt uns die Beschilderung im Stich. „Burgweg“ immerhin ist ein gutes Indiz und es gibt auch noch andere Hinweisschilder in der Stadt. Es ist jedenfalls nicht weit bis rauf auf die Burg!

Die Burg Königstein hat einen Turm, auf den man hochsteigen kann.
Burg Königstein im Taunus.

Wir zahlen 3,50 Euro Eintritt für die Burg, ohne zu ahnen, was uns erwartet: Eine wirklich gut erhaltene Burg auf einem weitläufigen Gelände, auf dem wir herumstreunen um einen guten Picknick-Platz zu finden. Es gibt auch sehr ordentliche Toiletten auf dem Gelände.

Burg Königstein ist schnell erreicht - textiler Sonnenschutz ist wichtig.
Ich war warm angezogen für die volle Sonne des Tages – hab mir keinen Sonnenbrand geholt.

Wir schauen uns viele alte Tore, Türmchen, Gewölbe und Stufen, die noch erhalten sind, an. Kinder (wir Erwachsenen trauen uns nicht) können Holzschwerter am Eingang mitnehmen, es gibt ansonsten kein pädagogisches Konzept, schauen, klettern und staunen reicht ja auch mal.

Blick vom Turm der Burg Königstein auf das Kurbad und die Burgruine Falkenstein.
Der Blick von Burg zu Burg: Die nächste Etappe der Wanderung rüber zur Ruine Falkenstein.

Bis wir herausfinden, dass man auf den großen Turm steigen kann, dauert es eine Weile. Es geht ordentlich viele Stufen hinauf und der Ausblick auf Frankfurt und rüber zur Burgruine Falkenstein ist genial. Das wird also unsere nächste Etappe der Wanderung.

Unser Picknick: Buchteln aus Kronberg.

Vorher suchen wir uns ein schattiges Picknick-Plätzchen und essen die fluffigen Buchteln, die wir in Kronberg gekauft haben. Danach steigen wir wieder runter ins Städchen und wir kehren noch kurz bei der Traditionskonditorei vor Ort ein: Kaffee ist nicht deren Stärke, wir genießen ein kühles Mineralwasser.

Falsch abgebogen nach Falkenstein

Ich hatte wohl schon erwähnt, dass es an den entscheidenden Stellen an Wegbeschilderung fehlt, oder? Aus der Innenstadt wieder auf den Drei-Burgen-Weg zu finden, ist schwierig, wir behelfen uns mit Google Maps und laufen daher eher durch eine Wohngegend, als durch den Wald.

Normalerweise hätten wir hinter dem 60er Jahre Kurbad in den Wald schlüpfen und dort am Dettweiler Tempel vorbeikommen sollen. Wir beschauen stattdessen die Villen der Stadt mit der höchsten Millionärsdichte in Hessen. Die Burgruine finden wir aber schlussendlich auch.

Burgruine Falkenstein am Spätnachmittag.
Burgruine Falkenstein – ganz nah an der Natur.

Das dürfte der höchste Punkt unserer Wanderung gewesen sein, die Luft ist frisch und der Blick ganz weit. Auch wenn wir zwischendrin dachten, dass wir die Runde eventuell abkürzen, entscheiden wir und hier doch dazu, den Weg zurück nach Kronberg abzuschließen.

Natürlich auch in der Hoffnung, dass wir wieder mehr Aufklebern folgen können, auf dem Weg hoch hatte ich noch welche gesehen.

Doch es geht nur ein kurzes Stück durch den Wald, die Schilder sind verschwunden, wir landen auf dem Johannisweg, wo es einen gut gepflegten Trinkwasserbrunnen gibt. Auch kommen wir an der ehemaligen Lungenheilanstalt vorbei. Doch auch ab dort: Keine Beschilderungen mehr.

Wir folgen – es ist so einfach – der Kronberger Straße nach Kronberg. Die traurigen Straßendetails erlasse ich dir, wir freuen uns an den kleinen Lichtblicken, wie dem winzigen Grünstreifen mit Streuobst und weiteren verwunschenen Villen-Eingängen. Wir hätten wohl vom Bauchgefühl her einen Weg auf der anderen Seite der Villen finden müssen, um überall nochmal den Weitblick bis nach Frankfurt zu bekommen.

Ausblick über den Taunus, wie er hätte sein sollen.
So einen Blick hätten wir uns während der gesamten Straßenwanderung gewünscht.

Kurz vor Kronberg finden wir ein romantisches Bänkchen mit Ausblick und machen uns dann auf den Weg zurück zur S-Bahn. Es ist halb sechs, also zu früh zur Einkehr, auch wenn es in Kronberg sicher hessische Küche im Freien gegeben hätte. Ein andermal vielleicht.

Auf dem Heimweg haben wir übrigens das gleiche Problem, wie auf der Hinfahrt. Der Fahrkartenautomat lässt sich nicht bedienen, sondern wirbt nur noch für die RMV-App. Auf dem Hinweg hatte das dazu geführt, dass wir die Bahn verpasst haben. Wir suchten nämlich einen anderen Fahrkartenautomat, der ganz am anderen Ende der (sehr, sehr großen) Station Ostenstraße stand.

Jeder zweite Automat macht nur noch Werbung für die App - nervt sehr.

In Kronberg nun das gleiche Spiel: Man kann auf den Touchscreen tippen, wie man will, er reagiert nicht. Das scheint (absichtlich?) bei jedem zweiten Automaten so zu sein, wohl um alle dazu zu bringen, die App zu installieren.


Wir hatten Spaß bei unserer Burgenroute: Der Taunus ist wunderschön und auch zum Bummeln und Einkehren wäre es in Kronberg und Königstein sehr nett gewesen. Lässt man den Orientierungs-Frust mal beiseite, – mit GPS läuft das bestimmt wie am Schnürchen – ist es eine beschauliche Wanderung und die Burgen sind wirklich sehenswert.

Kleines Kosten Wrap-Up: Die Fahrt Frankfurt – Kronberg hin und zurück kostet 13,80 Euro (und die Automaten kosteten Nerven!). Eine Buchtel kostet 80 Cent, eine Kugel Dolomiti-Eis in der Waffel kostet 1.40 Euro, der Erwachsenen-Eintritt auf die Burg Königstein liegt bei 3,50 Euro und die große Flasche Wasser im führenden Caféhaus am Platz 8 Euro. Am Brunnen hingegen kostet das Königsteiner Wasser gar nix.


Kommentare

Ein Kommentar zu „Wandern auf dem Drei-Burgen-Weg im Taunus“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert