Letzter Tag #WMDEDGT

Der fünfte August war der letzte Tag im Waldhäuschen und läutete das Ende des Urlaubs ein. #wmdedgt 050826.

Erstes Aufwachen gegen ein Uhr morgens, denn es gibt endlich das lang ersehnte Gewitter mit ordentlich Regen. Das große Schlafzimmer ist unterm Dach, wo sich die Hitze staut und man jeden Regentropfen deutlich hört. Ich schließe schnell die Balkontür und lege mich wieder schlafen.

Beim nächsten Aufwachen ist es kurz vor sieben. Das weiß ich auch ohne aufs Smartphone zu schauen. Im Halbschlaf mache ich die Balkontür auf in der Hoffnung auf kühle Luft. Nachdem ich wieder im Bett liege, läuten die Glocken der Wallfahrtskapelle, die nur fünf Minuten vom Waldhäuschen weg ist. Wie jeden morgen pünktlich um sieben. Ich überlege mir, dass das Läuten der Kapelle für die Dorfbewohner im Tal ganz zart und romantisch vorbei weht. Glocken vom Berg her. Die große Kirche im Dorf bleibt noch still.

Nach und nach beginnen auch die Hähne der Gegend zu krähen. Ich stehe auf, gehe runter ins Bad und dann in die Küche, um mir einen Espresso zu ziehen und die die Rollläden hochzuziehen. Draußen sehr trockene Wiesen. Die Brombeerhecke trägt nur wenige, kleine Früchte. K. Ist auch wach, bekommt auch Kaffee und wärmt ein Baguette im Ofen auf. Die Vorräte sind fast aufgebraucht. Frühstück ist Baguette mit Butter und Tannenhonig aus der Gegend. Viele kleine Kaffees dazu.

Nach dem Frühstück fange ich an zu packen. Alle Bücher und Zeitschriften aus dem Wohnbereich zusammensuchen. Nichts hat mich richtig gepackt … jetzt werden sie verstaut. Ich lade mein Tablet und mein Handy. Dann geht es wieder ins Schlafzimmer, Klamotten einpacken. Für die Fahrt werde ich ein noch okayenes T-Shirt und einen schwarzen (zu langen) Baumwollrock mit weißen Turnschuhen tragen. Ich ziehe die Betten ab und bändige die Spannbettlaken („Niemand faltet mich!“) Tasche, Koffer und das Tagesoutfit bringe ich nach unten. Ich nehme eine Dusche, mache mich im Bad zurecht und sammle dann dort alles ein, was noch gepackt werden muss: Koffer, Tasche, Rucksack und Handtasche sind schnell komplett eingeräumt. Einige Ferieneinkäufe. Die sind teilweise sperrig.

K. Ist dabei, oben alles staubzusauben und zu arrangieren. Ich räume in der Küche die Spülmaschine aus und spüle unten das letzte Geschirr per Hand. Die Geräte sind inzwischen aufgeladen. Das Tablet bleibt bei mir. Ich sitze auf der Terasse und scanne die Angebote auf der IKEA-Seite und finde den perfekten Klorollenhalter für meine Wohnung. Es ist still bis auf das übliche Kettensägenkonzert aus dem Wald.

Ich denke darüber nach, was man eigentlich wirklich braucht, um eine Wohnung einzurichten. Was ich in Urlaubslaune im französischen Supermarkt gekauft habe: Ein Set aus Decke und Kissen für Gäste, eine kleine, sehr gute Edelstahlpfanne, verschiedene Teile aus Borositglas, eine kleine Gürteltasche und ein Fitnessband, außerdem Chicoreekaffee, weil das jetzt hip ist, in Frankreich aber ganz normal. Außerdem Mitbringsel.

K. kommt kurz raus auf die Terrasse. Wir sehen gemeinsam nach Malte, der Fledermaus. Unter dem Dachvorsprung hängen tatsächlich zwei kleine Flauschkugeln. Malte hat Gesellschaft. Wenig später schleicht die Nachbarskatze (eine von mindestens vieren) über das Grundstück. Sie ist dunkelgrau mit einem winzigen weißen Fleck auf der Brust. Wir haben sie schon öfter bei der Jagd beobachtet.

Ich bringe den Biomüll weg, währen K. duscht. Die Gemeinde hat seit neuestem große Tonnen für Essensreste aufgestellt, sogar hier auf dem Berg. Eine schlaue Konstruktion. Die Klappe für den Müll lässt sich per Pedal öffnen, den Müll der anderen sieht man nicht. Es ist wenig los. Ich hatte etwas gehofft, nochmal einen der Nachbarshunde zu treffen – alles graue Schnauzen. Tatsächlich ist der einzige, den ich treffe und (unbekannterweise) grüße, der Dorfälteste, der natürlich an einem heißen, schwülen Tag wie heute um die Mittagszeit sein Grundstück mäht.

Das Auto ist schließlich voll beladen und mein Urlaub in den Vogesen damit beendet. Wir fahren zu K.s Eltern, wo wir Melone mit Schinken und Biskuittorte serviert bekommen. Am späten Nachmittag geht es tatsächlich noch zu IKEA, wir sind in Rekordzeit (35 Minuten) durch. Wir bekommen alles, was wir uns vorher überlegt haben: Einen Biomüll-Eimer, Scharniere für die Küchenschränke gibts geschenkt, einige Ordnungshelfer für mein Bad und ein Bauchschläferkissen.

Es gibt ein schönes Abendessen. Wir zeigen noch ein paar Fotos (Wanderungen, Essen, wie sich die Gegend verändert hat). Ich gehe bald schlafen. Den Tagebucheintrag verschiebe ich auf morgen früh.


Am fünften des Montags fragt Frau Brüllen „was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und das Internet erstattet gern Bericht. Gesammelt findet man diese Tagebucheinträge hier und ich verlinke mich ebenfalls gleich dort. Nachtrag: Die Linkliste macht leider Zicken, jetzt stehe ich entweder 15 Mal hintereinander drin oder halt gar nicht.


Kommentare

2 Kommentare zu „Letzter Tag #WMDEDGT“

  1. Dein Tag klingt sehr entspannt, obwohl einiges anstand.

    „Alle Bücher und Zeitschriften aus dem Wohnbereich zusammensuchen. Nichts hat mich richtig gepackt … jetzt werden sie verstaut.“ Was machst du zu Hause damit? Ich würde sie in Deutschland direkt in die nächste Büchertelefonzelle legen. Bekommen sie bei dir noch eine Chance?

    Borositglas liebe ich. Leider gibt es im deutschen Handel nur so wenige Küchensachen daraus.

    Einen schönen Tag wünscht dir
    Ines

    1. Astrid

      Es war ein entspannter Tag, mein „Job“ war vor allem, geduldig auf K. zu warten 😌.

      Im Urlaub habe ich Buch von Ruth Moschner gern gelesen (unter anderem eine gute Erläuterung des „nordischen Models“), das kommt zum Bücher-Oxfam. Die anderen (zwei englische Sachbücher, der Roman von Keanu Reeves und ein Buch, von dem ich dachte, es sei ein Sachbuch, das ein wunderschöner Bildband ist,) dürfen auf den Tsundoku und werden nach dem Lesen tendenziell in meine Bibliothek integriert.

      Ich habe ein Pyrex-„Backblech“ erstanden in der Hoffnung, dafür kein Backpapier mehr zu brauchen.

      Ich wünsche dir auch einen schönen Tag – viele liebe Grüße

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