Neues Jahr, falsches Gym #WMDEDGT

Der fünfte Januar ist mein erster Arbeitstag nach der Feiertags-Pause. Außerdem ist es Zeit für das erste #wmdedgt des Jahres 2026. Frau Brüllen fragt immer am fünften des Monats „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ und das Internet antwortet brav.

Ich war heute vor dem (vorsorglich spät gestellten) Wecker wach und befand mich als er dann losging – Kuckucksuhr-Klingelton und enorme Vibration im Nachttisch – am anderen Ende der Wohnung, nämlich Kaffee kochen in der Küche.

Neues Jahr, neue Routinen

Der Morgen war ziemlich vereinnahmt von meinen aktuellen To-Wants … dabei ist die Liste kurz geworden.

Beim Kaffeetrinken musste ich mich jedenfalls erstmal vom Handy loseisen, um stattdessen die aktuelle Ausgabe der taz im Probeabo zu lesen. So hatte ich das mit mir selbst abgemacht.

Am Anfang fand ich die Optik der App verwirrend schlank, doch langsam verstehe ich sie. Die App-Ansicht orientiert sich an den klassischen Ressorts und Zeitungsbüchern, so dass ich nicht sofort alle Artikel-Überschriften ansteuern kann. Was mir an der App gut gefällt, ist dass die Artikel echte Links enthalten.

Nächster Tagesordnungspunkt: In fünf Minuten fünf Sachen ausmisten bei der 30-Day-Decluttering-Challenge. Begleitet wird die Challenge von einem YouTube-Video, bei dem die Aufräum-Coachin mit mir plaudert. Das nennt man Body Doubling und es funktioniert bei mir erstaunlich gut, so im halb-ausmist-und-halb-video-schauen Modus kann ich besser den Fokus halten, als alleine mit der Eieruhr. Nach fünf Minuten ist auch wirklich, wirklich Schluss und es ist eine kleine Verbesserung sichtbar. Perfekt.

Neues Jahr, alter Arbeitsplatz

Was ich mir auch vorgenommen hatte: Pünktlich, aber nicht extra-früh mit der Arbeit beginnen. Ich habe heute vom Sofa aus gearbeitet und wollte es smooth angehen lassen. Das ist gut gelungen, denn alle haben sich heute noch mit Aufträgen zurückgehalten. So konnte ich die Mails vollständig durchschauen und priorisieren, ausführlich mein Lieblingsprojekt vorbereiten und danach die Kontaktdatenbank updaten. Am Ende des Arbeitstags waren nur drei Mails im Posteingang.

Check-In nach „long time no see“ mit der Lieblingskollegin (ich weiß, es können nicht alle Lieblingskolleginnen sein und ich denke über neue Decknamen nach). Dann Mittagspause mit K. und leckerem Käseomelette. Kurzer Blick aus dem Fenster: Die Platanen sind dekorativ mit Baumgärtnern in Warnwesten bestückt.

Meine Fokus-Zeit am Nachmittag war heute für mein Projekt reserviert, denn ich befürchte, die kommenden Präsenzarbeitstage werden keinen Raum dafür lassen.

Neues Jahr, neue Technik

Vor dem Urlaub habe ich mir einen KI-Agent für dieses Lieblingsprojekt gebaut, der heute zum ersten Mal zum Einsatz kam. Als ich den Agent erstellt habe, habe ich mir Gedanken gemacht über die genauen Schritte und deren Reihenfolge und so flutscht es nun mit dem Agent umso besser: Alle Schritte werden klar nacheinander abgearbeitet, es bleibt aber immer noch etwas Luft für kleine Anpassungen.

Ob ich durch den Agenten Zeit spare? Auf gar keinen Fall! Es ist wie gesagt, das Lieblingsprojekt. Alles, was vielleicht an Zeit eingespart wird, wird sofort durch den Wunsch nach einem noch perfekteren Ergebnis wieder verbraten. Es geht also nicht schneller, aber strukturierter und mit einem noch schöneren Ergebnis.

Am späteren Nachmittag dann Aufbruchstimmung: K. muss morgen auch wieder arbeiten und ist abgereist. Das ist immer ein kleiner Stimmungsdämpfer.

Dafür kurzes Lebenszeichen der anderen Lieblingskollegin, alles ist soweit gut gelaufen, was mich freut.

Neues Jahr, neue To-Want-Liste

Der Plan war, nach der Arbeit einen Yoga-Kurs im Sportverein zu besuchen. Ich hatte da etwas Passendes gefunden: Yin Yoga.

Der Verein ist riesig, aber man kann gleich sehen, welche der beiden Standorte es ist: Bei der einen Sportstätte haben alle das Wort „Gym“ am Anfang, bei der anderen ist es immer am Ende. Hier -> Gym am Anfang, also nicht weit weg von mir. Ich habe also fix meine Sachen gepackt, auf die Hallenschuhe verzichtet, die brauch ich ja beim Yoga nicht, Sportklamotten schon an, dicke Jacke drüber und 20 Minuten zu Fuß durch die Kälte gelatscht. Als ich ankam stand der Kurs jedoch nicht auf der Anzeigetafel. Mist.

Problem: Wenn es doch der andere Standort ist, schaffe ich den Wechsel nicht in der kurzen Zeit bis zum Kursbeginn.

Nächstes Problem: Normalerweise hätte ich jetzt einen anderen Kurs vor Ort belegen können, aber weder Spinning noch Langhanteltraining gehen ohne Schuhe!

Neues Jahr, alles Käse

Also wieder zurück nachhause. Auf dem Rückweg habe ich mir verschiedene Szenarien überlegt und mich dann für folgenden Kompromiss mit mir selbst entschieden: Wenn ich schonmal draußen bin, kann ich noch beim Supermarkt vorbeigehen und eine Notfallration Mineralwasser kaufen gehen.

Nach den Berichten über den Stromausfall in Berlin hatte ich das sowieso erledigen wollen. Und die Sporteinheit? Muss dann eben ein Online-Yogakurs sein. Davor kann ich dann auch in Ruhe zu Abend essen. So war das dann auch.

Auf dem Weg zum Supermarkt habe ich noch über den Film nachgedacht, den ich gestern in der Filmfriend App gesehen habe: „Finding Vivian Maier“ aus dem Jahr 2013. Der Film geht auf die Suche nach dieser genialen Straßenfotografin. Doch die Frau, die diese Bilder gemacht hat, wird von denjenigen, denen sie begegnete teilweise geschildert, als sei sie einem Stephen King Roman entsprungen.

Wieder in der Wohnung angekommen zuerst mal das mit dem Standort aufgedröselt. Das besagte Gym ist an keinem der beiden Standorte, sondern im Gartenbad in Fechenheim, das hätte ich sowieso nie schaffen können.

Dann gab es Grilled Cheese Sandwiches mit geilem französischen Weichkäse und schwedischem Weihnachtssenf, dazu eingelegte Rote Beete, megaoberkrass-saure Cornichons und gegrillte Oliven zum Abendessen. Wie mir mir besprochen, danach eine Yin Yoga-Einheit mit Mady Morrison. Darauf folgte noch eine Portion Tiramisu-Eis und nun der Tagebucheintrag für #wmdedgt.

K. ist gut angekommen und wir videotelefonieren gleich. Doch zuvor verlinke ich diesen Beitrag bei Frau Brüllen, bei der sich am fünften der „Freundeskreis Tagebuchbloggen“ versammelt und lese bei der Gelegenheit auch gleich ein paar der anderen verlinkten Einträge.

Herr Tommi war ebenfalls sehr produktiv im Homeoffice und die liebe Frau vom Main hatte mit Schnee und Eis zu tun.


Meine vorherigen #wmdedgt : Im Dezember habe ich unbeabsichtigt „Kokos-Cantuccini“ fabriziert. Im November habe ich den Sendersuchlauf laufen lassen. Im Oktober habe ich Kuchen gegessen, im September habe ich ein Bad genommen, im August war ich bei Ikea, im Juni war ich müde, im April hab ich meine Bahn verpasst und im Mai war ich spazieren.


Kommentare

4 Antworten zu „Neues Jahr, falsches Gym #WMDEDGT“

  1. Der KI-Agent fürs Projekt klingt richtig cool – da muss ich mich auch mal einarbeiten. Ist das bei dir eher eine Prompt-Kette ist oder schon mit Automationen dahinter?

    1. Astrid

      Den Copilot-Agent anzulegen ist nicht so schwierig, man wird sehr gut angeleitet. Meinst du mit Automation, dass er von alleine liefert, wenn ein bestimmtes Ereignis stattfindet? Dann nicht. Ich starte den Prozess selbst mit dem nötigen Input und bekomme alles, was ich brauche in der richtigen Reihenfolge.

  2. Konsequent. Sehr cool! Ich muss mir das auch mal wieder antrainieren. Der große Sohn geht gerade ähnlich vor und ist nun schon zwei Tage in Folge früher aufgestanden, um zu meditieren und eine To-Do-Liste für den Tag zu schreiben, bevor er sich für die Schule fertig macht. Sollte ich mir mal eine Scheibe von abschneiden. Aber aktuell bin ich vor allem eines: Dauermüde!

    1. Astrid

      Oh, ich habe gar keine „Morgenroutine“, ich bin ganz grundlos so früh wach und ich finde gegen Dauermüdigkeit hilft keine To-Do-Liste, sondern schlicht mehr Schlaf ☺️

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