Was ich im November gelernt habe

Kunst auf dem Gelände der alten Union-Brauerei

Der November hatte seine Höhen und Tiefen, dabei habe ich einiges gelernt: Langsam machen, locker lassen und auch mal den Körper denken lassen. Ich habe getanzt, gebacken, gefeiert und jeden Tag ein bisschen geübt, in der Hocke zu sitzen.

Ich notiere jeden Tag, was ich gelernt habe und ich will nicht bis zum Ende des Monats warten, diese Liste zu veröffentlichten — ich werde immer dynamischer.

Lass einen Kommentar da, wenn du zu einem Punkt „relaten“ kannst oder auch etwas Gelerntes teilen möchtest 🙂

  1. Ich kröne mich selbst zur Queen des kleinen Desserts. TK-Himbeeren antauen lassen, mit einem Esslöffel braunem Zucker und drei Esslöffeln Sahnejogurt pürieren. Mit Schokostreuseln garnieren. Beste.
  2. Wie viel Erfahrungswissen im neuesten Beyond-Coffee-Interview steckt. Wie immer musste ich enorm viel wegkürzen, doch die Botschaft: „Wenn du etwas erreichen möchtest, nimm es ernst und stell es an die erste Stelle!“ ist glasklar.
  3. Wie man von einem Cyborg mit einem kaputten Körper zu einem Körper wird, der mit Wasser gefüllt ist und von den Fischen, die darin schwimmen bewegt wird. Ja, das war im Butoh.
  4. Jeden Tag zwei Minuten in der Hocke sitzen (mit ganzem Fuß auf dem Boden), ist anstrengender, als vorher angenommen. Dehnung an verschiedenen Stellen und Balance ist auch gefordert.
  5. Wie viel mehr ich erledigen kann, wenn ich zwei Stunden weniger im Büro verbringe.
  6. Professionelle Portraits machen zu lassen ist sehr aufregend. Stellt sich heraus, dass ich wohl mehr so aussehe, wie ich wünsche, dass ich aussehe und nicht ganz so sehr, wie ich fürchte, dass ich aussehe.
  7. Dass sich die Journalistin, die mich interviewt, extrem gut vorbereitet hat.
  8. Mit dem Fahrrad ist der nächste Discounter so viel schneller zu erreichen, als mit dem Auto. Das dürfte eine Nachwirkung der Industriekultur in meinem Viertel sein. Hier wurde vieles so geplant, dass Arbeiter (damals kein Auto) schnell zum Hafen kommen.
  9. Dass es bis 2011 eine Fußgängerbrücke vom Ostpark zum Osthafen gab, die irgendwann wieder aufgebaut werden soll. Mir ist der abgesperrte Brückenpfeiler schonmal aufgefallen, eine düstere Ecke im Moment. Aber es wäre cool, wenn ich da eines Tags mal drüber spazieren kann.
  10. Ohne die Lieblingskollegin würde ich so viel seltener Joggen gehen. Zu dritt mit K. macht es noch mehr Spaß.
  11. Abwarten hilft. Miteinander reden auch.
  12. Herbstleuchten und auch Herbstnebel sind sehr sinnliche Erfahrungen. Noch besser, wenn ich auf dem Fußweg zur S-Bahn Bardcore höre. Die mittelalterlichen Instrumental-Arrangements von Outcast und Usher sind im Moment meine Lieblinge.
  13. Mal wieder ins Gedächtnis gerufen: Dass man Excel-Zellen, in denen Name UND Vorname eingetragen wurde (ich weiß auch nicht warum jemand ernsthaft denkt, das sei eine gute Idee) mit einem einfachen Befehl wieder in eine vernünftige Form (Name in einer Zelle, Vorname in der nächsten, ist doch logisch) bringen kann. Nämlich so:
    • Spalte markieren (dazu klickt man auf den Buchstaben, der die Spalte bezeichnet)
    • In der Menüleiste auf „Datentools“ gehen und „Text in Spalten auswählen“
    • Dann angeben, wie der Text unterteilt ist (in meinem Fall ein Komma) und auswählen, in welche Spalte die neuen Werte kommen.
  14. Dass auf dem Hof der alten Union-Brauerei eine große kostenlose Kunstaustellung steht.
  15. Im Butoh kann man auch Gemälde tanzen … und man erkennt deutlich, welches Gemälde getanzt wurde.
  16. Beim Embodiment gibt es nicht die eine Powerpose: Es kommt immer darauf an, aus welcher Emotion du kommst und in welche Emotion du dich bringen möchtest. Außerdem habe ich Visualisierung ausprobiert, sehr cool, nur wofür wende ich das jetzt an?
  17. Dass ich nicht alleine bin mit Nummer vier. Wie sich eine Wasserrutsche voller PingPong-Bälle höchstwahrscheinlich anfühlen muss.
  18. Mit etwas Geduld ruckeln sich die Dinge schon zurecht, auch wenn mal nicht so viel Energie vorhanden ist. Auch gelernt: Wie getrocknete Guave aus Südafrika schmeckt (sehr gut) und riecht (merkwürdig).
  19. Durch die Übung beim Bloggen fällt mir auch Schreiben für die Arbeit leicht. Jetzt darf ich nur noch mit der Selbstzensur dabei aufhören: Sich den eigenen Text voreilig von der KI zusammenstreichen zu lassen, kann ja nicht die Lösung sein.
  20. Anna Koschinski taucht richtig ein in „Leben, Schreiben, Atmen“ und veröffentlicht ihre Freewriting-Texte. Liebe alles daran!
  21. Ich bin beliebter, als ich dachte. Du bestimmt auch. Warum das so ist, erklärt die Liking-Gap Theorie. Wie erkenne ich, dass ich gemocht werde? Hier die Anzeichen.
  22. Weihnachten steht vor der Tür. Es wird Zeit, zu backen.
  23. Die richtige Herangehensweise an das Backen saarländischer Zimtwaffeln (mal wieder aus Fehlern lernen):
    • Teig wird besser (weniger flockig) mit einem Handrührer mit Knethaken. Gutes Weihnachtsgeschenk, by the way.
    • Tipp: Klarsichtfolie im Haus haben und den Teig damit in gleichmäßige Würste formen und kalt stellen …
    • … dann könnte ich nämlich die Würste in gleichgroße Scheiben schneiden und müsste nicht unregelmäßige Häufchen mit Teelöffeln aus einem großen, harten Teigklotz abstechen.
    • Zeitung unterlegen ist ein guter Gedanke, aber was auch immer darunter ist, sollte trotzdem robust sein, denn der Teig läuft immer aus dem Waffeleisen raus und suppt das Zeitungspapier durch. Zum Beispiel auf den neuen Kork-Untersetzer 🙁
    • Waffeleisen am besten unter die Dunstabzugshaube stellen und nicht daneben. Alles andere auch der Reihe nach hinstellen und nicht irgendwohin, wo gerade Platz ist (flacher Teller zum Abkühlen der Waffelplatten, zum Schneiden der Waffeln zum Aufbewahren der Waffeln).
    • Am allerwichtigsten: Die Zimt-Mengen aus dem Rezept (egal welches) sind lächerlich. Es muss einfach viel, viel mehr Zimt rein, damit man ihn auch schmeckt.
  24. Wenn ich (wie jetzt gerade) super wach bin, aber keine Lust auf diese EINE Aufgabe habe. Darf ich einfach stur alles, alles andere erledigen. Der ideale Zeitpunkt (kurz vor Abgabe, wie es aussieht) ist noch nicht gekommen.
  25. Manchmal finde ich Parties, gerade die offizielleren Job-Anlässe anstrengend (Moment, das ist noch nicht das Gelernte!). Ich habe dann das Gefühl, nicht gut ins Gruppe Gespräch zu kommen, mich zu wenig zu bewegen und ganz manchmal auch, irgendwie ungünstig im Weg zu stehen.

    Heute erprobt: Die Lösung kann sein, für die Schnappschüsse verantwortlich zu sein! Ich hatte immer etwas zu tun und alle machen Platz. Ich musste mich bewegen, um möglichst viele Kolleg:innen aufs Bild zu bringen. Ich habe Gruppen angesprochen für ein gutes Foto und konnte noch ein bisschen bleiben, wenn ich wollte.
  26. Hasan Minhaj hat einen eigenen Podcast!
  27. Busfahren mit dem Team ist ziemlich wholesome.
  28. Mein Gesicht ist ein offenes Buch. Ich finde, dass das gerne so bleiben kann.
  29. Es gibt Saure-Drachenzungen-Wassereis. Wassereis heißt im Offenbacher Slang 10er-Eis (wer sagt das noch?). Auch beliebt ist 10er-Eis, weil es ohne Sauerei tausendmal aufgetaut und wieder eingefrostet werden kann. Dadurch lässt es sich wunderbar als Coolpack verwenden, wenn nichts anderes zur Hand ist. Es sei außerdem erwähnt, dass diese spezielle Marke mit eindeutig zweideutigen Slogans dekoriert ist – perfekt für Junggesell:innnenabschiede.
  30. Ups, da war noch Wäsche in der Maschine von vor … drei? … Tagen.

Ich bin nicht die einzige, die eine Gelerntes-Liste führt. Ines ist die Queen of „Was ich heute gelernt habe“. Ilka hat ebenfalls den November dokumentiert, unter anderem schreibt sie über Keksperimente. Katja ist auch wieder dabei und hat im November sogar ein Bonus-Learning zu bieten.


Kommentare

7 Antworten zu „Was ich im November gelernt habe“

  1. […] die Runde wird größer. Die Idee ist ursprünglich von Ines, inzwischen sind Fran, Tina, Nicole, Astrid, Miriam und Katja dabei. Freut mich total. Ich versuche auch, auf die aktuelle Lernliste zu […]

  2. Hi Astrid! Cool, dass du mein Schreib-Experiment hier erwähnst, ich lerne auch dadurch, obwohl manche Texte herausfordernder sind als andere. Bin gespannt, wie ich durchkomme 🙂

    Liebe Grüße
    Anna

    1. Astrid

      Ich lese fleißig mit und drücke die Daumen für gutes Durchkommen! Liebe Grüße, Astrid

  3. Ich musste gerade sehr lachen. Ich habe nämlich in diesem Monat auch angefangen, mein Gelerntes fortlaufend festzuhalten. Veröffentlicht wird trotzdem erst zum Monatsende.

    Nummer 4 habe ich übrigens auch auf meiner Agenda, vergesse es aber allzu oft. Danke für den Reminder.

    1. Astrid

      Liebe Katja, als ich mit der Liste des Gelernten angefangen habe, dachte ich, dass es ein schönes Format für Mastodon wäre, wenn ich mal in Fediverse umziehe … jetzt teste ich auf dem Blog, ob ich es mit einer täglichen Veröffentlichung überhaupt durchziehen kann. Schön, dass du mitliest!

  4. Herzlichen Dank für die Queen!

    @4 Kann man sich als Kind nicht vorstellen, dass das mal so müssen kann.
    @6 Wie schön, dass dir die Bilder offenbar gefallen. Bilder können also auch nett sein!

    Komm gut durch die zweite Novemberhälfte!

    1. Astrid

      Liebe Ines, das Krönchen hast du dir verdient 👑👑👑 Vor den Fotoshoot war ich dermaßen aufgeregt, dass ich mein Kleid erstmal mit Gesichtspuder eingestaubt habe, ein professionelles Makeover war nämlich nicht dabei. Ich freue mich schon auf die Veröffentlichung und teile sie dann auch hier. Liebe Novembergrüße, Astrid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert