Bei der Nippon Connection 2026 waren einige Animationsfilme im Angebot. Am „Donnerstag der vielen Filme“ habe ich diesen Yakuza-Anime geschaut und bis zum Schluss mitgefiebert, ob sich das Blatt noch wenden wird.
„The Last Blossom“ beginnt wie ein Kammerspiel: Ein Gefängnis, eine sprechende Balsampflanze und der alte Yakuza Akutsu, der im Sterben liegt und seine Geschichte erzählt. Nur kleine Kinder und Menschen, denen der Tod bevor steht, können die Balsamblüte sprechen hören.
Wir erfahren, dass diese einsame Pflanze, die nun im Gefängnis in einer Konservendose wächst, früher im Garten eines kleinen Hauses vor Tokyo wuchs. Dort lebte Akutsu als treuer Fußsoldat der Yakuza zusammen mit Nana und ihrem unehelichen Sohn.
Akutsu teilt den Alltag mit Nana – sie spielen das Strategiespiel Othello miteinander, dekorieren die Wohnung und erkunden gemeinsam das Viertel. Dabei stellt sich heraus, dass der schweigsame Akutsu eine Zeichenbegabung und ein fotografisches Gedächtnis hat.
.Für Nanas Kind entwickelt er väterliche Gefühle, doch bekennt er sich nie offen zu dieser kleinen Familie. Vieles bleibt ungesagt. Während Nana optimistisch ist und weiter versucht, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, ahnt Akutsu, dass er als Yakuza niemals eine eigene Familie haben kann, ohne sie in Gefahr zu bringen.
Als er eines Tages einen Auftrag für seinen Clanchef ausführen soll, scheinen sich all seine Befürchtungen zu bewahrheiten.
Klar erzählt in Erdfarben der 80er
Der Zeitraum, den der Film umfasst ist von den 80er Jahren bis ungefähr 20 Jahre später, so lang dauerte die verhängte Gefängnisstrafe für Akutsu. Der Großteil der Geschichte spielt in den 80er Jahren und die Ästhetik des Films spiegelt das wider: Die Farben sind vorwiegend gedeckte Erdtöne und die Figuren sehen so zurückgenommen aus, wie wir Anime-Zeichnungen aus dieser Zeit kennen.
Das Besondere des Films ist die Erzählweise, die Spielzug um Spielzug aufdeckt, was von langer Hand geplant war. Dabei baut „The Last Blossom“ eine enorme Spannung auf – ich habe die gesamte Zeit mitgefiebert und auf ein Happy End der Liebe zwischen Nana und Akutsu gehofft.
Bei dieser Vorführung war auch der Regisseur Baku KINOSHITA anwesend, doch leider ging es für mich direkt weiter zum nächsten Film ins Cinema-Kino an der Hauptwache. Wenn du lesen möchtest, was KINOSHITA über seinen Film zu sagen hat, empfehle ich dieses Interview ohne Spoiler.
Film: The last Blossom von Baku KINOSHITA, 90 Minuten. Deutschlandpremiere in Anwesenheit des Regisseurs.

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