Die erste Session des Nachmittags für mich war „Was ist unser realistischer Anspruch?“ mit Klaus Janowitz. Klaus hat einen Text zum Motto des Barcamps geschrieben und es gab einen Austausch zu Zielen für das eigene Blog.
Klaus hat gemäß dem BloggerCamp-Motto einen Text über Hoffnung veröffentlicht. Der Einstieg in die Session ist eine weitere Ausführung dazu. Insbesondere die Weiterentwicklung des Wortes „Vibeshift“ steht dabei im Fokus.
Früher am Tag habe ich schon mitbekommen, dass Klaus von Hause aus Soziologe ist und sich unter anderem mit dem Wandel von Städten durch die Industrialisierung beschäftigt hat – ich habe dabei Interessantes über Wuppertal gelernt.
Klaus interessiert die Frage, ob Blogs Hoffung geben: Als Autoren-Medium mit dem Potenzial, eigene Narrative zu festigen, Resilienz aufzubauen und Unabhängigkeit von Plattformen zu erreichen. Dazu skizziert er die Entwicklung von Online-Medien in den letzten 25 Jahren:
- In den Nullerjahren eine starke deutsche Blogosphäre.
- Mit der Entstehung von Social Media beginnt die Abwanderung auf den damals neuen Microblogging-Dienst Twitter. Einige Teilnehmende hatten in der Vorstellungsrunde den #liebteTwitter ausgewählt.
- Mit der Corona-Pandemie rückt Online-Kommunikation in Echtzeit in den Mittelpunkt: Teams, Zoom, Facetime.
- Heute – durch die Tech-Autokraten auf den großen Plattformen – zeigt sich eine Wiederbelebung von klassischen Blogs in der Hoffnung, Themen zu setzen und Resonanz darauf zu erhalten.
Kurze Runde der alten Blog-Hasen
Klaus Text endet mit einer Reihe offener Fragen, die auch für die Eröffnung der Diskussionsrunde genutzt werden.
„Sind Blogs heute noch Orte öffentlicher Gegenmacht – oder faktisch Nischen für Gleichgesinnte? Stellen wir Öffentlichkeit her – oder sind wir bloß Content-Zulieferer für Plattformlogiken? Was ist unser realistischer Anspruch und wie setzen wir ihn um? z.B. Gewinn von Kooperationspartnern und Auftragebern? Das Setzen von Narrativen? Brauchen wir Vernetzung bzw. findet sie überhaupt statt?“
Klaus moderiert die Runde und hakt insbesondere nach, um zu erfahren, ob es neben dem Blog auch einen beruflichen Bezug zum Internet bei uns gibt. Er bezieht sich eingangs darauf, dass seine Bezugsgruppe, Blogger der ersten Stunde, oft auch einen Beruf oder eine Selbständigkeit daraus aufgebaut haben. Seine Idee war es mal, Marktforschung anzubieten und hat als Themenschwerpunkt „Netnografie“. Heute wünscht er sich vor allem Publikationsanfragen und hofft, dass es in Zukunft weitere Buchprojekte für ihn gibt.
Herr Tommi bloggt seit 18 Jahren und beschreibt sein Blog als sein digitales Zuhause. Von vielen Ansprüchen hat Tommi sich inzwischen frei gemacht. Vor allem vom Druck, mit seinen Reiseberichten Geld einzunehmen oder Kooperationen zu erfüllen. Gerade die Kooperationsarbeit – er wollte gerne auch Spiele testen und rezensieren – hat ihm eher Stress gemacht. Das Blog ist inzwischen der Bereich, in dem man mit ihm Kontakt aufnehmen und sich austauschen kann. Tommi geht auch um Resonanz zu verschiedenen Blogthemen, auch wenn das hier und da als zu große Selbstbeschäftigung der Blogwelt mit sich selbst kritisiert wird.
Ebenfalls dabei ist Romy Mlinzk alias Snoopsmaus. Romy bloggt schon lang und hat ihre Ansprüche ebenfalls angepasst – auch um nicht in eine Schreibblockade zu geraten. Sie setzt keine festen Deadlines mehr und hat seitdem wieder Spaß am Schreiben. Kooperationen gibt es weiterhin, aber ohne Druck und mit mehr Spaß.
Ich hingegen bin seit zweieinhalb Jahren aktiv und genieße vor allem die Unabhängigkeit der Themenauswahl, die mein Blog mit ermöglicht. In der Diskussion wurde mir einmal mehr bewusst, dass das Berufsbild ‚Assistenz‘ oft noch mit Fragezeichen verbunden ist. Ich hatte das Gefühl, meine Rolle und meinen Wunsch nach inhaltlicher Sichtbarkeit erst einmal erklären zu müssen – ein Grund mehr, weshalb meine Perspektive beim Bloggen zählt.
Leider musste ich das Gespräch früh verlassen, um meinen Zug zu erwischen. Das lief zum Glück wie am Schnürchen und ich konnte die ganze Fahrt über passiv an den folgenden Session teilnehmen.
Zum Beispiel den Erfahrungsbericht von Ute Blindert über „GEO-Optimierung für Blogs“. Alle Beiträge in der Übersicht liest du auf der Starteite meines Berichts zum #BloggerCamp 2025.

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