Was ich im Dezember gelernt habe

Die Frankfurter Paulskirche am Abend. Über dem Eingang hängt ein Lichter-Weihnachtsbaum, davor sieht man im zwei beleuchtete Weihnachtsmarktstände.

Im Dezember wurde geschlemmt, gestrahlt (auf einem Magazin-Cover!) und seit vielen Jahren mal wieder ein Auto geparkt (ein- und aus!). Und wie immer habe ich jeden Tag etwas gelernt – manches ganz neu und manches eben nochmal und nochmal, bis es sitzt.

  1. Wie stark mein innerer Widerstand werden kann, selbst wenn ich mich (freiwillig) auf etwa Neues einlasse. Ich musste ganz schön Überzeugungsarbeit bei mir selbst leisten, um eine schöne und (vielleicht zu sehr) gewollte Sache wahr zu machen.
  2. Texte vor der Deadline abzugeben bedeutet mehr Zeit für andere Dinge (Shopping und Backen). In der Mittagspause: Wie eine benusselte Waldschnepfe aussieht (außergewöhnlich, fast exotisch), die versehentlich im Kantinen-Atrium gelandet ist. Auch gelernt: Im Kaufhaus gibt es noch Black-Week-Prozente auf Reduziertes.
  3. Wann ich wirklich mal einen Dosenöffner gebrauchen könnte: Um die Dosen mit gesüßter Kondensmilch zu öffnen, die ich für die 2-Komponenten-Kokosmakronen brauche.
  4. Wie eine exklusive und (wegen Baustelle) ungewöhnliche Führung durch die Ausstellung im Crespo-Haus abläuft: Wir bekamen Handschuhe, um einige Exponate in der Hand halten zu können und uns wurden ausgewählte Fotografien vorgestellt.
  5. In dem Moment, in dem ich aufgegeben habe und im Supermarkt den neuen Dosenöffner ins Körbchen gelegt habe, haben sich die Kondensmilchdosen mit Öffnungslasche aus ihrem Versteck (nicht bei der Dosenmilch, sondern im Osteuropa-Regal) getraut. Dosenöffner darf also im Supermarkt bleiben.
  6. Falafel-Sandwich lässt sich nicht unfallfrei essen. Kein goldener Biss, auch wenn Tuphano es behauptet, ist da möglich. Aber schon richtig lecker.
  7. Einiges über Bergbau und Gebäck im Erzgebirge: Abbau seltener Erden wird wieder diskutiert und dass die Rumrosinen für den Stollen richtig ordentliche Umdrehungen haben (1 Flasche auf 1 Rührschüssel. Holla.). Alles aus der Stollen-Doku des MDR.
  8. Homeoffice eignet sich sehr gut zum Lernen: Zur Zeit arbeiten vier Generationen in den meisten Büros (Boomer, X, Y und Z), die unterschiedliche Werte, Ziele und Bedürfnisse haben. Silke Nevermann und Alena Arbeiter haben auf der Assistants World „Reverse Mentoring“ vorgestellt und „ZukEr-Meetings“. Bei diesen Meetings besteht die Möglichkeit für Digital Immigrants, die dem Mauszeiger nicht so gut folgen können, sich alles nochmal ganz langsam zeigen zu lassen. Im Gegenzug werden den unerfahreneren Mitarbeitenden z. B. Erfahrungswerte erklärt, anhand derer sehr schnell entschieden wird. So wird gegenseitiges Vertrauen aufgebaut und Missverständnissen vorgebeugt. Aha-Erlebnis für mich: Manchmal werden im Schatten alte Systeme fortgeführt oder gedoppelt. Nicht nur, weil sich jemand nicht umstellen will, sondern weil das Neue nicht verstanden wurde und das Vertrauen fehlt.
  9. Erstes Mal: Messe-Erfahrungsaustausch. Dass IZ (Informationszentrale) jetzt PP (Präsentationspunkt) heißt.
  10. Drei gute Argumente für den Winter: Sauna und Hallenbad machen erst so richtig Spaß mit trüber Wetteraussicht, die Luft ist klarer und ohne Blätter an den Bäumen kann man Eichhörnchen viel besser beobachten.
  11. Beim Blutspenden gelernt, wie es in der Hessischen Landesärztekammer aussieht.

12. Dass mein Interview mit der Working@Office jetzt veröffentlicht ist! Und zwar habe ich das über WhatsApp erfahren, weil ich von zuhause aus gearbeitet habe. In der Blognacht: Was für unterschiedliche Texte zum Impuls „hausgemachter Käse“ entstehen.

  1. Rückwärtsfahren mit dem elterlichen Auto aufm Aldiparkplatz.
  2. Was sich in der Tasche von Jason Manzoukas befindet: Eine interessante Auswahl! (auf YouTube).
  3. Im Schattentanz mal wieder: Was mit der inneren Kritikerin los ist – da ist Angst, die Kontrolle zu verlieren, aha.
  4. Dass es keinen Unterschied zwischen Alm und Alb gibt. Beides bezeichnet die gleiche Kulturlandschaft, wird vom österreichischen Supermarkt Billa sehr gut erklärt.
  5. Von Hank Green: Wie man Krebs rauspinkelt.
  6. Über die künstlerische Entwicklung von Suzanne Duchamps in der Schirn, die Übergangsweise in der alten Dondorf Druckerei ausstellt.
  7. Barcamp-Etikette: Sich mit Namen, Ort und drei (nicht näher definierten, aber auch nicht willkürlichen) Hashtags vorstellen. Ich dachte vorher, ich finde Vorstellungsrunden unproblematisch, aber durch die ungewohnte Form habe ich jetzt zum ersten Mal das erlebt, was alle fürchten – unfähig sein, den anderen zuzuhören, weil ich mit den Hashtags überfordert war. Hier, was ich sonst im #BloggerCamp gelernt habe.

20. Ceci n‘est pas une poire. Es ist aber auch keine Birne Helene 🙂

21. Dass das Haus des Weihnachtsmanns in Carling neben dem Chemiewerk steht. Übrigens: Sitzplatzreservierung im Zug kann mit Bonuspunkten „bezahlt“ werden, DAS gefällt mir richtig gut.

  1. Komfort Check-in bei der Bahn ist zwar praktisch, aber wenn alle um dich herum kontrolliert werden, der Schaffner dir aber nur kurz zunickt, fühlt sich das ein kleines Bisschen falsch an.
  2. Ist es Ironie, dass mir beim hirnlosen Insta-Scrollen ein Reel mit einer Anleitung zur Handy-Entwöhnung untergekommen ist? Ich mach ja alles mit: Also vorm Handy-Entsperren jetzt immer kurz innehalten und den Grund, warum ich das Smartphone zur Hand nehme verbalisieren. Bringt was.
  3. Dass Myrrhe ein Harz ist, das für allerlei kultische Handlungen (räuchern, desinfizieren, betäuben, balsamieren) genutzt wurde und für die Weinherstellung (Retsina!). Sagt Dr. Hauschka jedenfalls.
  4. Wie es ist, das genau richtige Geschenk mitgebracht zu haben und wie manchmal aus Feiertagslangeweile Traditionen entstehen. Beides schön 😻 .
  5. Wie sich Diskussionen in Online-Foren hochschaukeln können.
  6. Was ein Jahres-Bingo ist.
  7. Wie gechillt und entspannt ich dieses Jahr an meinem Jahresrückblick werkeln kann.
  8. Wo es in FFM abgefahrene Käsetorte gibt.

30. Wie die IKEA-Samla-Boxen richtig auseinander gefriemelt werden: An der Längsseite leicht zusammendrücken.

  1. WHAT? Schon heute muss der Jahresrückblick fertig sein!!!!

Ich bin nicht die einzige, die eine Gelerntes-Liste führt. Ines hat angefangen! Ich habe es bei Ilka gesehen und übernommen. Inzwischen notiere ich meine Learnings fast jeden Tag und habe daher bereits jetzt die Dezember-Liste am Start.

Im Dezember nennt. Ilka Jane Austen und mich im gleichen Satz, das macht mich richtig glücklich! Katja hat auch mitgeteilt – als elegante Dezember-Notiz. Besonders die Learnings 5 und 6 finde ich sehr wertvoll.


Kommentare

4 Antworten zu „Was ich im Dezember gelernt habe“

  1. […] die Runde größer. Die Idee ist ursprünglich von Ines, inzwischen sind Fran, Tina, Nicole, Astrid, Miriam und Katja dabei. Freut mich total. Ich versuche auch, auf die aktuelle Lernliste zu […]

  2. […] weitere Routine, die ich etabliert habe ist die „Was ich diesen Monat gelernt habe“-Liste (hier der Dezember). Ich notiere für jeden Tag im Monat, was ich gelernt habe, mal informativ, mal lustig, mal […]

  3. Schöne Variation, die Liste quasi live zu führen.

    @3 Den guten Dosenöffner mit Drehmechanismus habe ich kürzlich entsorgt. Lag jahrelang unbedingt der Schublade. Aber es gibt noch den ganz altmodischen mit Piker und Minischraube. Der hätte dir zur Not auch geholfen. Den Piker brauchte ich in den letzten Jahrem häufiger für störrische Deckel auf Gläsern als den guten Öffner zum Öffnen von Dosen.

    Wünsche gute Learnings im Dezember!

    1. Astrid

      Mein Dosenöffner (der sich seit dem Umzug nicht mehr finden lässt) hat die Dose nicht seitlich, sondern von oben geöffnet. Das Oberteil der Dose war danach unbeschädigt, so dass man es glatt wieder auf die Dose auflegen konnte.

      Nun sind die Makronen leider zu dunkel geworden, aber immerhin habe ich keinen Notbehelfs-Dosenöffner gekauft 🙂 Liebe Grüße!

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