Quellenwanderweg im Frankfurter Grüngürtel

Kleines Hinweisschild mit Grüngürteltier, das Wasser spuckt

Spontaner Sommerausflug an einem der heißtesten Tage des Jahres. Der Quellenwanderweg verspricht Abkühlung: Wenn man dem struppigen Grüngürteltier folgt, findet man bestimmt sprudelnde Quellen, plätschernde Bäche und prachtvolle Springbrunnen … hätte ich mal besser die Broschüre gelesen, bevor ich mich ins Abenteuer Seckbach gestürzt habe!

Anfahrt mit dem Rad … der erste Fehler!

Sonnenwiese im Günthersburgpark. Im Beet steht eine gigantische Königskerze in voller Blüte.
Prächtige Königskerze im Günthersburgpark

Der Quellenwanderweg beginnt in Alt Seckbach und wie man mit dem Rad aus dem Nordend zur Atzelbergstraße kommt, weiß ich ungefähr. Da gab es früher nämlich legendäre WG-Parties. Wir fahren durch die Hallgartenstraße, vorbei am Bienenturm der Wartburggemeinde und durchkreuzen die Sonnenwiese im Günthersburgpark.

Toilettenhäuschen im Güntherburgpark: Ohne Wasser und ein Hockepissoir
Sieht viel besser aus als Dixiklo – vor allem belüftet.

Zum ersten Mal ist mir aufgefallen, dass im Günthersburgpark jetzt Klohäuschen von NOWATO („No Water Toilet“) stehen … „kein Wasser“ ist auch irgendwie das Motto unserer Quellenwanderung. wir fahren die Seckbacher Landstraße rauf und die gewundene Atzelbergstraße wieder runter und schon sind wir am Startpunkt der Wanderroute, eine schlichte Info-Stele, angekommen. Und da ist auch schon das erste Gürteltier-Schild.

Gelber Fahrradständer in Form einer Schlage, die uns anschaut.
Es ist Sonntag und wir stellen die Räder halb-legal vor einer KiTa ab.

Wir müssen eine Treppe (mit so einer nervigen Fahrrad-Auffahrschiene) hoch. Ein ausgesprochen drolliger Platz für die Räder ist schnell gefunden … Hätte ich die Route genauer angeschaut, wäre mir vielleicht aufgefallen, dass es sich gar nicht um eine Rundwanderung handelt und wir dann trotzdem zurück zu den Rädern laufen müssen. Naja. Hätte, hätte, Adilette. Für’s nächste Mal merken: Kein Rundweg, Anfahrt mit Öffis!

Alt Seckbach ist wirklich sweet

Fensterbank in Seckbach mit Topfpflanzen. Man sieht die Schindelverkleidung des Hauses und einer der Blumentöpfe ist aus der typisch hessischen Blau-Grauen Keramik
Feels like Hessen.

Wir folgen dem Gürteltierrschild (es geht immer leicht bergauf) und landen mitten in Alt Seckbach. Dörflich, gepflegtes Fachwerk mit Holzschindeln, jedes Häuschen eine Puppenstube und alles hübsch bepflanzt. Aber irgendwie kein Brunnen oder Bach in Sicht? Wo ist denn zum Beispiel der Seck-Bach? Laut Streckenbeschreibung sollten doch „zahlreiche Quellen zutage(treten)“ und der Weg „entlang der Quellen, Brunnen und Borne“ verlaufen? Hätte ich die verlinkte Broschüre gelesen, hätte ich’s wohl besser gewusst.

Bepflanzte Kreuzung in Alt Seckbach gegenüber vom Hundesalon.
Kein Schild ohne Grund. Gegenüber ist ein Hundesalon.

Man muss man nämlich genauer hinschauen. Bis hierhin verpasst haben wir den Altenborn (da muss ein kleiner Tümpel neben der Treppe gewesen sein) und das ehemalige Pumpwerk (Augen auf und nach einer historischen Schachtabdeckung suchen, Leute!). Zu unserer Entlastung: Das Pumpwerk ist auf der Broschüre vermerkt, aber wird nicht vom Gürteltier angezeigt. Wir gehen weiter durch Alt Seckbach und jetzt kommt der coole Teil des Wanderwegs.

Grüne Abkürzung zum Lohrberg

Schleichweg durch eine wild bewucherte Wiese
2024 ist durch Regen und Sonne alles so schön grün! Aber ja, da sind Brennesseln.

Der Lohrberg wird oft als der Frankfurter „Hausberg“ bezeichnet. Weil er der nächstgelegene Hügel ist, ist es ein klassisches Ziel für einen Sonntagsausflug. Vom Nordend her führt der Spaziergang an der Friedberger Landstraße entlang und hinter dem Unfallkrankenhaus vorbei, nicht sehr attraktiv. Hier ist der Quellenwanderweg eine tolle Alternative: Wir sind immer bergauf unterwegs gewesen, leichte Steigung oder Treppen bringen uns zu diesem schmalen Pfad. Könnte gut sein, dass wir dabei den Graben am Kreuzweg und den Abstecher zur Pfingstgetrieschen Quelle komplett verpeilt haben.

Ausblick über den Lohrberg auf die Skyline
Frankfurt in der Sommerhitze.

Und wenn man auf der anderen Seite des Schleichwegs rauskommt, ist man schon auf dem Weg zum Lohrberg mit seinem wunderbaren Skyline-Blick. Wir machen Pause in der Lohrbergschänke und essen Handkäs‘ mit Mango-Chili-Soße und Johannisbeeren. Nach der Pause geht es weiter und wir bestaunen die ganzen Picknicker: Deckenlager, Campingstühle, mobile Holzkohlegrills (kein Einweg), Tupperware und Kühlboxen. Niemand grillt Würstchen: Es gibt Gemüse, Kartoffelrösti und Fisch, zum Nachtisch Wassermelone.

Auf der Suche nach der Quelle

Schattige Allee neben dem Gelände des MainÄppelHaus
Ein lauschiger Schattenplatz.

Der Weg führt durch eine romantische Allee vorbei am Gelände des MainÄppelHaus. Und auf einmal ein Geräusch. Könnte das wohl ein Murmeln, ein Plätschern sein, dass zu einer Quelle gehört? Yes! Wir folgen dem Grüngürteltier und finden unsere erste (laut Karte unsere achte) Quelle, den Klingenborn! Endlich.

Unspektakuläre Quelle des Klingenbachs: Ein einfaches Betonbecken.
Die Quelle vom Klingenborn ist unsere Endstation.

Wirklich spektakulär sieht die Quelle leider nicht aus, das Wasser ist teilweise verrohrt und läuft in eine betonnierte Rinne, die Geräuschkulisse ist dafür nett und bei der Hitze sorgt allein der Anblick für Abkühlung.

Was soll ich sagen? Der Klingenborn war der Höhepunkt und leider auch das Ende unserer Wanderung, denn wir finden das nächste Gürteltier-Schild nicht, das uns den Weg ins Mühlbachtal hätte zeigen sollen. Aber wir waren nicht traurig darum, den direkten Weg zurück zu unseren Rädern zu nehmen.

Vielleicht probieren wir die ganze Wanderung im Herbst nochmal aus und nehmen die Quellenwanderwegs-Broschüre mit. Besonders gefallen hat mir die neue Perspektive auf den Lohrberg und natürlich Alt Seckbach und nun bin ich neugierig auf das Mühlbachtal. Mehr (und erfolgreichere) Ausflugstipps gibt es hier und hier.

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