Bücher ausmisten kann ich. Aber kann ich mich auch locker machen und mal eben den Blogbeitrag Nummer 100 veröffentlichen?
Oft fällt es mir ganz leicht loszulassen. Ich kann zum Beispiel Bücher aussortieren.
Ich habe eine ganze Routine zum Bücher-Ausmisten, denn bis vor kurzem habe ich auf 30 Quadratmetern gewohnt. Regale anbauen? Keine Option.
Begleite mich bei meiner Bücher-Routine …
Der Schlüssel zu jeder guten Bibliothek lautet „Sammelschwerpunkte bilden“, also die eigene Bibliothek spezialisieren. Das gilt ganz besonders, wenn man in Wirklichkeit keinen Platz für eine Bibliothek hat, sondern nur ein paar Billy-Regale.
Ein einzelnes Billy, das nur der österreichischen Popliteratur gewidmet ist, macht gleich etwas her. Es wird durch die Sammlung zu einer (vielleicht sogar kompletten?) Bibliothek.
Wie cool wäre das? Leider zu cool für mich, ich habe drei oder vier Sammelziele und zwischendrin werfe ich sie über den Haufen und signierte Bücher muss man doch auf jeden Fall behalten.
Die Optik, also wie die Regale eingeräumt sind, ist mir auch wichtig. Ich bin Traditionalistin: Regalbretter sehen am coolsten aus, wenn sie nur zu zwei dritteln bestückt sind. Buchstützen sind sinnvoll.
Meine Sortierung:
- Nach Themenfeld
- Nach Autor:in
- Nach Höhe des Buchrückens
Farbsortierung ist und bleibt Firlefanz.
… und bei meiner Aussortier-Routine
Ich bin mir sicher: Bücher wachsen nach. Sie finden immer ihren Weg zu mir. Doch was wuchert, muss wieder zurechtgestuzt werden. Manche Bücher dürfen einfach wieder gehen. Manchmal sogar ungelesen. Ich lasse los.
Will ich das behalten? Werde ich das noch lesen? Passt das hier zu den Sammelschwerpunkten (ich wünschte, ich hätte die so klar abgegrenzt wie „Bücher über Napoleon“)? Warum hab ich das nicht längst weggetan? Wo kommt das denn her?
Dann sauge ich entweder alles ab und niese ununterbrochen oder ich lese (gefährlich). Am Ende sind es immer um die 20 Bücher, die bei mir ausziehen müssen … also ich entlasse sie in die Freiheit, natürlich.
Wie man Bücher loslässt
Am allerallerschönsten ist es, wenn man ein Buch verschenken kann: Wenn das Kochbuch von Jan Weiler, das mal im Bücher-Oxfam interessant aussah, gerade die zwei Sammelschwerpunkte einer Freunding perfekt zusammenführt.
Ein Teil meiner aussortieren Bücher wird online verkauft, das ist einfach. Außer, das Buch ist wunderschön und das Online-Portal bietet nur 80 Cent dafür. Frechheit. Was dann?
Schöne Bücher, die keinen vernünftigen Preis erzielen, bringe ich als Spende zum Bücher-Oxfam. Dieser Gang muss gut überlegt werden, denn dort kommen auch immer andere Bücher mit zurück zu mir. Bringe ich nur ein Buch hin und drei zurück, geht die Rechnung nicht auf. Bringe ich zehn hin und drei zurück, ist immerhin etwas neuer Platz im Regal geschaffen. Balance ist wichtig.
Bücher, die nicht mehr ganz so gut erhalten sind (vergilbte Taschenbücher zum Beispiel) bringe ich – dosiert – in den nächstgelegenen Bücherschrank. Mitnehmen aus dem Bücherschrank ist leider tabu, außer wenn ein Sammelschwerpunkt es verlangt.
Und was mache ich mit außerordentlich schlechten Büchern? Oder mit Büchern, die müffeln? Ja, ich lasse diese Bücher los. Über der Restmülltonne.
Hartes Ende, ich weiß. Aber die Alternative ist doch viel schlimmer: Eine Kellerkiste, ein Bücherschrank der sich nicht wehren kann. Lass lieber los.
Dies ist mein 100. Blogbeitrag. Ich hab’s geschafft. Zweistellig war gestern, dreistellig ist jetzt.
Dass Beitrag 100 wahrscheinlich in Annas Blognacht entsteht, war mir schon länger klar. Der Impuls „Lass los“ passt perfekt dazu.
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