KI-Lieblinge: Gemeinsam bringen wir deine Skills auf das next Level!

Diese Session beim #i2c26 habe ich zusammen mit einer Lieblingskollegin konzipiert – das war cool mit viel, viel „ja genau!“. Hier berichte ich auch über ein kleines „oh no!“, darüber, wie es in der Praxis gelaufen ist und über die Ergebnisse.

Manchmal passt es einfach: Dieses Jahr wollte ich nicht allein auf das Innovation Culture Camp gehen, sondern habe meine Lieblingskollegin gefragt, ob sie Lust hätte mitzukommen. Ja, hatte sie. Außerdem hab ich sie gefragt, ob wir eine gemeinsame Session geben möchten. Warum eigentlich nicht? Und dann fügte sich alles innerhalb von wenigen Tagen zu einem guten Gesamtbild. Immer nach dem Yes-and-Prinzip.

  • Wollen wir etwas zum Thema Künstliche Intelligenz machen? Ja, genau!
  • … und wir könnten alle nach ihren Lieblingen fragen. Ja genau!
  • … und dann könnten sich alle untereinander austauschen. Ja genau!
  • … dafür können wir Fragen vorgeben, vielleicht als Formular? Ja, genau!
  • … und am Ende sammeln wir alle Formulare. Ja, genau!
  • … und wir geben am Ende allen einen QR-Code, wo alle alle Formulare abrufen können! Ja, genau!
  • … noch eine Idee: Können wir auf bei der Session noch „next Level“ einbauen? Ja, genau!

So entstand unsere Session „KI-Lieblinge: Gemeinsam bringen wir deine Skills auf das next Level“.

KI-Lieblinge, was soll das sein?

Da wir beide in der KI-Taskforce unseres Unternehmens sind, war das Thema KI schnell gesetzt. Ich wollte gerne etwas einfaches machen – reden über „KI-Lieblinge“. Das könnte alles einschließen: Das Lieblings-Tool, der Lieblings-Anwendungsbereich oder auch der Lieblings-Prompt.

Denn ich kenne inzwischen wirklich viele Anwendungsformen, die parallel laufen. Jeder ist etwas anders mit KI unterwegs und nur wenige haben sich (vielleicht etwas voreilig) wieder davon verabschiedet. Es gibt die Kollegin, die sich ausschließlich beim Formulieren von E-Mails helfen lässt und hier und da ein lustiges Bild erstellt. Der Azubi nutzt die KI als Berater bei neuen Aufgaben und für Excel-Tipps. Drei Büros weiter wird mit Agenten, Loops und Prozessen experimentiert und auf dem anderen Stockwerk konzipiert jemand mal eben ganz neue Apps.

Allerdings fehlt es an offenem Austausch darüber, wie mit KI gearbeitet wird. Denn KI-Nutzung ist neu und fühlt sich manchmal heikel an. Nicht jedes Unternehmen hat eine KI-Handreichung oder definiert klare Nutzungsfelder. Mal ist es verboten, mal wird schief angeschaut, wer sich in die KI-Karten schauen lässt. Außerdem ist das verwenden von KI so anders als das, was wir bisher unter „Arbeit“ verstehen.

Das Barcamp ist ein richtig guter Rahmen, um sich auszutauschen. Endlich Zeit, darüber nachzudenken und miteinander zu sprechen.

Wie plant man das Unplanbare?

Die Lieblingskollegin hat den Blick auf Workshops und Methoden. Natürlich fragte sie gleich, wie wir so eine Session aufziehen könnten, welche Materialien uns zur Verfügung stehen würden und wer wie moderiert.

Doch beim Barcamp sind viele Faktoren für die Workshop-Planung unbekannt. Vieles lässt sich nicht perfekt planen. Wir wissen nicht, wie die Räume aussehen werden. Ob es ein Flipchart oder ein Whiteboard gibt. Wir wissen nicht mal, wie viele Teilnehmende die Session haben wird. Was kann man mit fünf Personen genauso machen, wie mit zwanzig? Es ist eine gute Übung darin, loszulassen.

Die Idee war dann, dass wir die Gruppe eine Kaskade durchlaufen lassen. Erst in Ruhe das kleine Formular mit Fragen zu den KI-Lieblingen ausfüllen, danach erst mit einer Person dazu austauschen – sich gegenseitig den Liebling vorstellen und darüber sprechen. In der nächsten Runde gehen zwei Gruppen zusammen und dann eventuell noch in einer dritten Runde …

Auf unserem Arbeitsblatt hatten wir das Schema „What?“ „How?“ „Why?“ vorgegeben, damit alle ihren KI-Liebling strukturiert beschreiben können. Dazu einen Bereich für das eigene Aha-Erlebnis, falls man es teilen möchte sowie ein Feld für offene Fragen. Der Bereich „next Level“ war gedacht für die Ideen, die im Austausch entstehen.

Die Session in der Praxis

Ich hatte ja ein kleines „Oh no!“ erwähnt. Dieses „Oh no!“ sah so aus, dass die Lieblingskollegin am Tag des Barcamps leider krank war. Das war auch einige Tage vorher schon so. Wir hatten es kommen sehen, doch wir haben auch beide bis zuletzt gehofft, dass bis zum Samstag alles wieder gut ist. War es leider nicht. Also fuhr ich wieder alleine nach Wiesbaden. Hatte sogar kurz überlegt, ob ich die Session gut sein lasse. Aber wir hatten sie so schön vorbereitet. Und der Pitch lief auch sehr gut.

So kam es, dass die erste Session des Tages meine eigene, nein, unsere war. Mit etwa 20 Teilnehmenden. Der Raum war voll und es dröppelten immer mehr Leute in die Session. Über den Pitch und das Formular hinaus hatte ich mir wenig Gedanken gemacht.

Ich habe das Thema nochmal kurz vorgestellt, mein eigenes Formular gezeigt, Stifte verteilt. Dann Timekeeping für die erste Runde. Alle schreiben so brav. Dann die Aufforderung, sich auszutauschen. Die Gespräche laufen, doch es ist sehr laut im Raum. Eine Gruppe sucht sich eine Breakout-Gelegenheit auf dem Flur. Ich selbst bin nur noch Bademeisterin: Gerät das Gespräch ins Stocken? Gibt es Nachzügler? Was ist mit der Zeit?

Bei der nächsten Runde sage ich noch an, dass man sich gegenseitig seine Learnings vorstellen kann. Die Lautstärke ist enorm. Doch alle ziehen es durch. Die Gruppe vom Flur kommt zurück. Eine Teilnehmerin hostet eine eigene KI-Learning-Community und legt ein paar Flyer aus. Dann ist die Zeit auch schon fast rum.

Ich frage nach Aha-Erlebnissen. Es gibt kurze Rückmeldungen, manche auch länger … eine andere Teilnehmerin moderiert spontan mit und kürzt die Sache ab mit „Hey, nur ein Schlaglicht, keine neue Diskussion!“. Zum Schluss sammle die Handzettel ein und dann ist die Session auch schon vorbei.

Was ich aus der Session mitgenommen habe

  • Ganz klar: Kolleginnen-Vermissung
  • Vertrauen in das Barcamp als Lernraum …
  • … aber auch eine Prise Selbstzweifel
  • Eine Schippe mehr Workshop-Erfahrung
  • Immerhin 15 Handzettel mit KI-Lieblingen

Zum Innovation Culture Camp 2026 gibt es eine Übersichtsseite. Dort findest du alle meine Berichte zu den Barcamp-Sessions, die ich im Januar 2026 besucht habe.


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