Alles anders #WMDEDGT

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Was mache ich eigentlich den ganzen Tag? Gefühlt nix. Es ist die Woche von Fronleichnam, in Frankfurt läuft die Nippon Connection und auch sonst fällt alles, alles in diese Woche: Gesundheitstag, J.P. Morgan-Lauf in der Stadt und außerdem Blognacht.

Es ist Freitag, der 5. Juni 2026 und ich schreibe mein #WMDEDGT, denn Frau Brüllen ruft jeden Monat zum gemeinschaftlichen Tagebuchbloggen auf. We know the drill.

Ich hab da diesen Ehrgeiz, auf dem Blog meine Erlebnisse während der Nippon Connection zu dokumentieren. Jeden Tag, jeden Film, alle Events. Qualitätvoll und mit eigenen Fotos. Seit Jahren besuche ich das Filmfestival, aber erst durch das Blog kann ich nachvollziehen, welche Filme ich wann geschaut habe. Das ist toll.

Gleichzeitig ist es viel zu tun, viele Termine und das in einer Arbeitswoche (immerhin der Donnerstag ist in Hessen ein Feiertag). Dieses Jahr bin ich nicht so schnell, wie ich es gerne wäre. Die Freizeit-Termine stapeln sich in dieser Woche. Aber in diesem Beitrag soll es nur um heute gehen.

Ich bin heute gegen 6:00 Uhr wach geworden und habe mich mit einem Kaffee wieder ins Bett zurückgezogen. Nochmal ein bisschen eingeschlafen. Aufstehen dann um kurz vor 7:00 Uhr. Haare waschen, anziehen, noch ein Kaffee, dazu übrig gebliebene Teriaky Chips vom Kinoabend gestern. Ich trage Jeans und einen kurzen, schwarzen Lockstrickpullover mit Glockenärmeln, fast wie in den 90ern. Das Wetter ist nach dem starken Regen gestern abgekühlt. Ich werfe eine Ladung Sportwäsche in die Maschine.

Heute ist Freitag, aber alles ist anders: Ich werde nicht zuhause arbeiten, sondern ins Büro fahren und das mit dem Rad und ohne Arbeitsrucksack. Der steht nähmlich seit Mittwoch (da war der Firmenlauf) samt Laptop im Büro. Mein Rad hingegen steht vor dem Haus, die Reifen könnten Luft vertragen, aber es wird schon gehen. Meine Strecke führt an der Europäischen Zentralbank vorbei und auf der südlichen Mainseite bis nach Niederrad. Von Tür zu Tür brauche ich wie immer 45 Minuten.

An meinem Schreibtisch angekommen, bereite ich meine Tagesprioritäten vor. Ich werde den ruhigen Tag nutzen, um ein paar Überstunden abzubauen. Doch davor ist die Nachbereitung des Firmenlaufs dran. Ich stelle meine Fotos schön geordnet in einen geteilten Ordner für die Läufer*innen und maile allen den Link dazu. Außerdem mache ich mir Notizen für einen Online-Beitrag über den Lauf und stelle fest, dass ich zum ersten Mal 2017 intern über den Lauf berichtet habe. Dann finde ich noch weitere Laufberichte in meinem Archiv, mache mir Notizen zu den Laufergebnissen. Welchen Gedanken ich dieses Mal zum Lauf teilen möchte, muss ich mir noch überlegen.

Mittagspause in der Kantine mit Backfisch und Kartoffelsalat, dazu Spargelgemüse. Beim Kantinengespräch habe ich gelernt, dass sowohl Landliebe als auch Weihenstephan zum Müller-Imperium gehören, das wir alle aus Gründen boykottieren … alle Veganer lächeln jetzt müde.

Nach der Pause mache ich ein Mini-Taichi-Training an, hüpfe und schwinge fünf Minuten durchs Büro und klopfe mich wach. Danach weiterarbeiten bis kurz nach 15 Uhr. Diesmal mit vollem Gepäck von heute und Mittwoch wieder aufs Rad und zurück ins Ostend.

Zuhause angekommen, hänge ich Wäsche auf, werfe die nächste Ladung in die Maschine, spüle die neuen Sprudlerflaschen (die Dinger haben ein Ablaufdatum) und sprudle mir eine Flasche Wasser auf.

Ich habe ein Ticket für eine Midori Hirano Performance im Internationalen Theater in Frankfurt. Die Wohnung hat noch Restwärme von der Hitzewelle letzte Woche, also bleibt die Balkontür nach dem Wäscheaufhängen offen. Vor dem Konzert ist noch etwas Zeit zum Rumhängen und Podcast auf YouTube schauen. Dann ziehe ich mich um, zum Theater fahre ich mit dem Rad und lasse den Helm zuhause, weil ich den nicht rumtragen möchte.

Vor dem Konzert mache ich noch einen Zwischenstopp in der Drogerie und kaufe Snacks: Pretzel Pieces mit Honig-Senf-Zwiebel-Geschmack sprechen mich an. Im Konzert werde ich sie aber doch nicht essen, weil ich Sitznachbarn habe. In der Location fällt mir auf, dass ich gerade in der Spürnasen-Phase meines Zyklus bin. Das Foyer riecht nach alten Büchern, Kaffee und Synthetik-Schweiß (hab da eine Daunen-Weste im Verdacht. Der kleine Theatersaal ist hingegen frisch und angenehm belüftet, nur hier und das wehen etwas Kopfschmerz- Parfum und Aperol-Geruch an mit vorbei.

Die Musik und Video-Installation gefallen mir gut. Es sind sphärische Elektroklänge, die aus sich heraus immer weiter wachsen und pulsieren. Der Saal ist bestuhlt, wir bewegen uns nicht, sondern schauen und lauschen. Meine Gedanken beschäftigen sich mit der Vergänglichkeit des Lebens.

Als ich nachhause komme, ist die Balkontür immernoch offen.


Nach dem Konzert ist es noch hell draußen, aber zu spät, um noch in die Blognacht einzusteigen. Stattdessen ein langes Telefonat mit K. und dieser Versuch, meinen Tag zusammenzufassen. Die Pretzel-Pieces und sie sind gar nicht lecker (soo viel Zwiebelpulver!!!). Ich schau lieber, was die anderen bei Frau Brüllen verlinkt haben.


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