Es ist der fünfte Februar 2026 und wie immer am Fünften des Monats ruft Frau Brüllen zum kollektiven Tagebuchbloggen auf. Der Spontanschnee von vorgestern ist geschmolzen, der Arbeitstag ist inzwischen vorbei und sogar der Abwasch erledigt. Was war heute sonst so los? #wmdedgt 050226
Im Februar beginnen alle Tage mit einer E-Mail von Anna Koschinski. Ich mache nämlich wieder mit bei #28TageContent, einem Schreib-Programm, das den ganzen Februar lang läuft. Letztes Jahr hatte ich auch mitgemacht und so unter anderem #wmdedgt kennengelernt.
Kaffee und Schreibzeit
Also sechs Uhr früh wach werden, Mail von Anna lesen, Kaffee kochen, mich zurecht machen und mein „Multivitamin“-Kleid in Knallorange anziehen.
Heute geht es ins Büro und ich werde an zwei größeren internen Meetings teilnehmen. Das Kleid passt dazu, denn Orange ist auch eine unserer Designfarben. Ich werde gut sichtbar und noch dazu on Brand sein. Ich bin mit der Passform des Kleids bisschen unzufrieden – vielleicht sitzt es ja eines Tages besser.
Bevor ich los muss, habe ich noch Zeit zum Bloggen. Ich habe eine Foto-Freigabe bekommen und tausche das Bild im Artikel aus. Der Beitrag wurde sogar schon kommentiert, sehr schön. Außerdem ist noch ein Kommentar zu einem anderen Artikel angekommen: Es ist der erste Beitrag zu meiner Blogparade „Mach neu!“. Total aufregend!!!
Während ich am Blog bastle klappt in meinem Hinterkopf direkt die To-Do-Liste auf: Den Blogparaden-Artikel wollte ich nochmal überarbeiten – später! – und auch über die nächste Barcamp-Session will ich schreiben, bevor ich alles vergesse – Mach ich dann heute Abend! – Ach nee, heute ist der Fünfte, da ist Tagebuchbloggen angesagt!
Kurz bevor ich losgehe der Blick ins Handy. Es gibt eine traurige Nachricht. Ich muss los, lege meinen orangefarbenen Schal um und gehe zur U-Bahn. Erst als ich die Treppe zur Station runtersteige, fällt mir auf, dass ich heute komplett Orange leuchte. Das passt nach dieser Nachricht nicht mehr. Aber jetzt ist es halt doch so.
Kleinkram-Bewältigung im Büro
In der Büroküche ein gut gelauntes Kolleginnengespräch über die Hare Krishna (selbstverschuldet). Eine Kollegin fasst die Netflix-Doku über diese Sekte zusammen „Ein Mann in einer totalen Machtposition ausgestattet mit sehr großen Ressourcen, was soll da schon schief gehen?“.
Ich koche Pfefferminztee, danach setze ich mich an den Schreibtisch. Vor dem großen Meeting bleibt noch Zeit, den Newsletter zu verschicken und ein IT-Ticket zu verfassen. Dann folgt die Wiederbelebung meines Bahn-Business-Kontos (ohne die Hilfe der IT, aber durch gutes Zureden des Kollegen aus der Reisestelle). Zuerst eine Ticket-Stornierung für eine Kollegin, dann eine dienstliche Buchung für mich selbst, das hat Seltenheitswert. Braucht drei Anläufe, bis sie verarbeitet wird.
Dann das sehr lange Meeting und nach dem sehr langen Meeting gehe ich in die Kantine. Bei diesem Anlass durchmischen sich die Teams, was sehr nett ist, jemand sieht eine Lieblingskollegin alleine essen und ich bitte sie zu uns dazu. Essen übrigens prima: Erbsenpüree mit gebratenem Blumenkohl und Zwiebelstroh mit Tahini-Dressing, Beilage: Pommes, yay.
Zurück an den Schreibtisch. Nichts wirkt so gut gegen kleine, liegengebliebene Aufgaben, wie die eine große, die ich prokrastiniere (mach ich morgen). Kurze Newsletter-Auswertung, Adresspflege, Ablage, Mails löschen, löschen und noch mehr löschen.
Danach der zweite Teil Großveranstaltung: Es gibt Stationen mit Vorträgen, ich kann mich aber nicht konzentrieren, Geräuschkulisse ist zu laut. Ich diskutiere ein bissen mit, dann ist aber Zeit zu gehen. Wieder in der eigenen Etage angekommen, reger Austausch über die Eindrücke des Tages. Danach dritte Runde Kleinkram erledigen: Mails verstehen (dauert manchmal) und dann passend und freundlich beantworten.
Die Bahn spielt auf dem Heimweg gut mit. Ich denke wieder daran, dass ich gleich über diese eine Session schreiben werde und erinnere mich dann erneut daran, dass heute #wmdedgt dran ist.
Feierabend-Erledigungen
Zuhause angekommen, telefoniere ich mit meinen Eltern und bin sehr froh, dass sie munter Fragen zu meinem Barcamp-Besuch am Wochenende stellen. Dann gebe ich die Nachricht von heute früh weiter.
Ich spüle Geschirr, das gestern (vielleicht auch vorgestern) stehen geblieben war. Schicke ein paar Nachrichten und bekomme die eine zurück, die mir wichtig ist. Auf dem Sofa schaue ich eine Aufzeichnung von #28TageContent über das intuitive Geschichtenerzählen an. Kurzes Videotelefonat mit K., auch über die traurigen Neuigkeiten. Danach dieser Blogeintrag.
Auf der Couch sitze ich immer noch, aber ich habe fertig für heute. Gleich noch Abendbrot essen und später bestimmt das zweite Telefonat mit K.
Alle Beiträge der wunderbaren Tagebuchblogger-Gemeinde sind bei Frau Brüllen verlinkt und dahin mache ich mich jetzt auch auf die Socken: Meinen Beitrag eintragen und viel mehr vom Tag lesen.
Ui, vielleicht presse ich vorher noch ein paar Blutorangen aus, da sind noch welche übrig.

Schreibe einen Kommentar