Außergewöhnlich

Eine Fasanenfeder wird mit zwei Fingern ins Bild gehalten. dahinter unscharfe Landschaft.

Natürlich sollte alles, was auf der Löffelliste steht, außergewöhnlich sein … oder? Ich bin mir da nicht so sicher. Gerade bei Reisen möchte ich im Moment sein und nicht auf der Suche nach der nächsten großen Attraktion oder dem besten Selfie-Spot.

Dieser Text ist in der Blognacht entstanden und gleichzeitig ist es ein Blogparadenbeitrag zum Thema „Bucketlist – früher und heute“.

Immer, wenn ich etwas Anlauf für den Impuls der Blognacht brauche, gehe ich in meine Fotosammlung: Anstatt zu schreiben, suche ich mir ein Artikelbild. Wenn das nicht funktioniert, kann es eine Begriffsdefinition oder ein Song sein, der mir hilft, ins Schreiben zu kommen.

Heute sind mir die Fotos von meiner Edinburgh-Reise sofort in den Sinn gekommen: Ich habe so viele neue Eindrücke festgehalten. Selfies mit Wind im Haar. So viel Essen habe ich fotografiert. Wunderliche Museumsstücke, die mich beeindruckt haben. Ich habe Straßenszenen festgehalten, Alltägliches.

Alles was außerhalb meines gewöhnlichen Lebens liegt, aber ganz normal ist, für die Menschen, die dort leben. Wie die Fasanenfeder auf dem Titelbild: Ich habe vorher noch nie einen Fasan in freier Wildbahn gesehen und dann hat er noch ein Geschenk hinterlassen. Fasanenfedern bringen Glück.

Reisen führen mich zuverlässig raus aus dem Alltag, alles ist anders, alles ist außer-gewöhnlich. Egal, wohin mich die Reise führt. Dafür muss ich keine Fähnchnen in eine Weltkarte stecken und auch keine Löffelliste führen. Der Gedanke „Das muss ich gesehen haben, bevor ich sterbe“, ist mir gruselig.

Trotzdem gibt es Reisen, die ich im Hinterkopf habe: Radfahren auf der Erzbahntrasse, am Strand chillen in Biarritz, Boulder Colorado nicht nur für andere planen, sondern selbst anschauen, Japan in echt sehen und nicht nur auf der Nippon Connection.


Regarde l’océan

Ich habe einen passenden Ohrwurm: „Voyage, Voyage“. Manchmal wird es besser, wenn ich einen Ohrwurm-Song von Anfang bis Ende anhöre. Heute nicht, das Lied hat sich festgesetzt. Ich sollte mir wohl eingestehen, dass ich diesen Song gerne mag. Das ist die Wahrheit, die niemand hören möchte: Ein Ohrwurm bleibt, weil er dir insgeheim gefällt.

Die Band heißt Desireless. Wunschlos. Seltsam, geht es nicht um Rastlosigkeit und Wanderlust? Um Leidenschaft und Liebeskummer? Darum, etwas Außergewöhnliches zu erleben? Die Suche nach dem Glück. Ist das Thema für heute Nacht Fernweh? Oder geht es darum, im Moment zu sein? Das Außergewöhnliche im Alltag zu finden?

Bei der Blogparade „Bucketlist – früher und heute“ von Ilona schreiben viele darüber, wie sich Reisen für sie verändert hat, welche Ziele sie seit der letzten Liste gesehen haben und darüber, wie sie die Sache mit der Löffelliste sehen. Schnell schweifen die Gedanken ab vom Reisetraum, wandern weiter und landen bei der Frage: Wie habe ich mich in den letzten Jahren verändert?

Blick auf das Meer.

Und ich? Ich mache mir nicht so gern Gedanken darüber, was mir alles noch fehlt. Schaue auf das, was jetzt und hier ist. Auch wenn ich gerne träume, was alles so sein könnte, möchte ich mich nicht starr festlegen und mich dann abstrampeln, um die Liste abzuhaken.

Es kommt hinzu, dass ich sehr flexibel bin, Tage vorher steht noch nicht fest, wie ich meinen großen Sommerurlaub mit meinem Significant Other verbringe. Als ich das erzähle, staunt mich eine Kollegin an und fragt „Schaut ihr euch dann einfach tief in die Augen und sagt dann gleichzeitig ‚Jetzt ist der Moment um loszufahren!‘? Das möchte ich auch so machen, wenn die Kinder groß sind.“

Meine alternative Bucketlist

Heute setze ich keine Orte auf die Liste, sondern das, was Fernweh für mich ausmacht.

  1. Ich will irgendwo im Freien Butho tanzen.
  2. Ich will noch oft ans Meer, in den Wald und in die Berge.
  3. Ich will in Begleitung reisen und auch alleine.
  4. Ich will mir die Füße platt laufen und nackt baden.
  5. Ich will da hin, wo es Bücher gibt und Musik.
Eine Mini-Tauschbibliothek!

Kurze Sommer-Ohrwurmliste

Als Zugabe habe ich noch eine Sommer-Ohrwurmliste (alles über YouTube). Vielleicht kann ich ja den aktuellen Ohrwurm ersetzen:

  1. Voyage, Voyage
  2. Ella, elle l’a
  3. L’aventurier
  4. Le Banana Split
  5. Ca Plane Pour Moi

Ich liebe Annas Blognacht. Dabei entstehen ganz besondere Texte, nicht nur auf meinem Blog, sondern auch bei den anderen, die dabei sind. Jetzt bereite ich alles für die Veröffentlichung vor und lese dann, was die anderen schon in den Chat gestellt haben. Ich bin schon etwas müde, aber freue mich schon auf die nächste Blognacht-Reise.


Kommentare

6 Antworten zu „Außergewöhnlich“

  1. […] Astrid Schewe von Kaffeekochen war gestern schreibt auch den Impuls – und einen Text über ihre Bucketlist: Außergewöhnlich […]

  2. Hallo Astrid,
    wir freuen uns sehr über deinen Text, den wir über Ilonas Blogparade gefunden haben. Besonders in zwei Dingen haben wir uns direkt wiedergefunden:
    1. Die Spontanität: Manchmal fahren wir los und wissen nicht wohin…
    2. Flexibel bleiben: Lieber keine starren Ziele, um nicht die Magie um uns herum zu verpassen!

    Wenn du magst, guck gerne bei uns vorbei. Wir freuen uns!

    Alles Gute für dich, viele tolle Momente und Reisen,
    Thomas und Jenny

  3. Hallo Astrid,
    die Blogparade klingt interessant, auch interessant wie Du sie umgesetzt hast. Tolle Ohrwurmliste! LG Edeline

    1. Astrid Schewe

      Danke, liebe Edeline! Cool, dass dir die Ohrwurm-Songs gefallen, mir geistert das Banana-Split-Lied im Kopf rum ☺️

  4. Das hast du schön geschrieben, ich hab’s richtig gern gelesen!
    Und schon denke ich an all die kleinen Momente, die ich auf Reisen erlebt hab. In der pechschwarzen Nacht bei starkem Wind auf dem Steg an der Ostsee nicht weggeweht zu werden, das Maul eines Rehs in der Hand gesprürt oder das ausladende Eisenschloss an einer uralten Kirchentür in Straßburg gefühlt zu haben. Das Brandenburger Tor zu berühren. Lauter tolle, außergewöhnliche Momente unterwegs, die ich nicht vergessen möchte.
    Danke für die Anregung zur Erinnerung!!

    Liebe Grüße aus dem Mausloch
    Sabine

    1. Astrid Schewe

      Uhhh, die Rehbegegnung klingt zart und geheimnisvoll! Danke fürs Lesen und liebe Grüße, Astrid

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