Gute Frage, der Impuls zur Blognacht im Februar 2026. Ich hab heute ein paar Antworten durchprobiert, denn eigentlich gibt es immer einen guten Grund. Oder nicht?
Eigentlich möchte ich auch mal ausschlafen. Das wäre vielleicht ein guter Grund. Gesunder Schlaf ist Selbstfürsorge. Aber ich schlafe ja sowieso nicht lang, steh sowieso spätestens um halb sieben auf. Ist auch besser für die Migräne mit den regelmäßigen Schlafens- und Aufstehzeiten. Sozusagen auch Gesundheit, Migräne-Prävention.
Eigentlich könnte ich die Zeit für vernünftige Dinge nutzen: Haushalt. Wäsche. Staubsaugen. Spülen. Das sind sehr komplexe Tätigkeiten, habe ich diese Woche im Ted-Talk gesehen, als ich so früh wach war. Der Kern des Videos: Nicht überbewerten. Haushalt hat nichts mit Moral zu tun. Diese Arbeit ist auch nicht „vernünftiger“, als andere Dinge. Außerdem: Die Waschmaschine wäscht, die Wäsche trocknet von ganz allein auf dem Balkon.
Eigentlich wäre da auch mein Tsundoku. Der Stapel, was sag ich der Berg, jetzt hab ich’s: der Fuji der ungelesener Bücher. Es gibt so vieles, das ich lesen möchte auf diesem Berg. Da sind Bücher von Lieblingsautor:innen dabei und Empfehlungen von Lieblingsmenschen und Bücher, die seltene Schnäppchen waren und welche, die wunderschön aufgemacht sind. Bücher, die sich mit Büchern beschäftigen, mit dem Lesen und dem Schreiben. Ich nenne sie Bücher-Bücher. Eigentlich Lesen, ja. Doch ich bin sattgelesen im Moment. Habe unbemerkt Wurzeln geschlagen auf der Couch.
Eigentlich sollte ich Sport machen. Radiogymnastik in der früh, wenn ich ja sowieso wach bin. Den Körper sanft wecken, die Atmung aktivieren, so dass ich abends besser schlafe. Muskeln aufbauen für die Beweglichkeit im Alter und auch für die Glückshormone. Oder Yoga. Oder Joggen. Oder Rennradfahren. Da spricht vieles dafür. Nur heute eben nicht. Bin schon ganz fest verwachsen mit dem Sofa. Ein Glück, dass die Kaffeetasse griffbereit steht.
Eigentlich Beziehungen pflegen. Es gibt da ein paar unbeantwortete Nachrichten, die warten. Verbindungen, die ich aufnehmen will. Ich will mich gerne kümmern. Aber ich bin angewachsen und das Handy liegt im andern Zimmer.
Eigentlich sitze ich und starre in die Gegend und bin müde. Erwähnte ich schon, dass ich festgewachsen bin? Ich atme und starre und manchmal denke ich und dann tippe ich in die Tastatur und trink einen Schluck Kaffee, damit ich wach werde, weil ich eh nicht schlafen kann.
Also warum fange ich nicht morgen mit allem anderen wieder an? Ja, warum eigentlich nicht.
Dies ist mein Beitrag zu einer besonderen Blognacht, denn es ist die Nummer 65 und der fünfte Geburtstag der Schreibnächte mit Anna Koschinski. Ich habe schon oft mitgeschrieben und die Ergebnisse sind immer etwas Besonderes und oft anders, als meine anderen Texte, schau doch mal rein, hier die ganze Liste.

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