Feministische Werte im Business

Miriam Borgers hat beim Innovation Culture Camp 2026 mit den Sessionteilnehmer:innen Tipps für einen gleichberechtigten Abeitsalltag gesammelt und über ihre Sticker-Revolution-Workshops berichtet.

Zu Beginn der Session hat Miriam eine kurze, poppige Präsentation gehalten und das Thema „Feministische Wert im Business-Alltag“ vorgestellt. Welche Werte das sein können:

  • Gleichberechtigung
  • Gegenseitige Unterstützung
  • Transparenz
  • Wertschätzung
  • Ehrlichkeit
  • Respekt

In Miriams Sticker-Revolution-Workshops können Teams sich über ihre gemeinsamen Werte austauschen und gemeinsam kreative „Sticker gegen das Patriachat“ entwerfen. Co-Creation, also das gemeinsame Finden und Umsetzen von Ideen, steht dabei im Mittelpunkt.

Eine Barcamp-Session ist 45 Minuten kurz: In dieser knappen Zeitspanne so viel Mehrwert zu generieren, wie Miriam, ist stark.

Ich denke, das liegt an ihrem Co-Creation-Mindset, das die Gruppe für den Ideenaustausch geöffnet hat.

Miriam hat auch ihren persönliche Weg zum Feminismus skizziert und wichtige Begriffe, zum Beispiel Intersektionalität, vorgestellt. Danach hat sie die Gesprächsrunde moderiert, in der viele gute Ideen zusammengetragen wurden. Im Anschluss daran, wurden noch einige Punkte diskutiert.

Sammlung zum Mikrofeminismus

Basics für’s Büro

  • Konsequent gendern, von „männlich“ und „weiblich“ gelesenen Personen sprechen.
  • Geschlechterverhältnisse klar benennen („rein männliche Geschäftsführung“).
  • In Meetings auf Redeanteile / Unterbrechungen achten; Wort für andere ergreifen „Anna, du wolltest doch eben noch etwas sagen.“

Carearbeit teilen (Sorgearbeit gibt’s auch im Büro)

  • „Ich hab nicht Feierabend, ich gehe zu meinem zweiten Job“ – Carearbeit sichtbar machen.
  • Männliche Kollegen nicht für Care-Aufgaben glorifizieren. Kein Applaus, weil Stefan die Spülmaschine ausgeräumt hat.
  • Care-Aufgaben im Team rotieren lassen: Moderation der Teamrunde, Protokoll führen, Geburtstagskarten besorgen, Betriebsausflüge organisieren usw. Nicht Ausdiskutieren oder schauen, wer es freiwillig macht, sondern klare Regeln setzen, damit jede:r mal dran ist.

Im Business-Kontext (Dienstleister:innen und Kund:innen)

  • Frauen mitdenken – „Wir suchen eine Beraterin“.
  • Keine Veranstaltungen mit „all male panels“ besuchen; bzw. weibliche Kollegin vorschlagen.
  • Immer wieder Rollen hinterfragen – Wer leitet das Meeting? Von wem werden Entscheidungen erwartet? Wer sorgt für die Atmosphäre?

Vornehmlich für Frauen

  • Frauenstreik: Am 9. März 2026 Nix tun.
  • Männlichen Kollegen die Tür aufhalten – Rollentausch, Verhalten spiegeln.
  • Bildet Banden.

Natürlich gab es auch eine ganze Reihe von Buchtipps: „Musterbruch“ von Patricia Cammarata, Die Martriarchinnen-Bildbände von Maria Haas und Rutger Bregmanns „Im Grunde gut“.

Was sind die nächsten Schritte?

Im Anschluss an die Sammlung war noch etwas Zeit, weiter über das Thema Feminismus im Business zu diskutieren. Es ging um die Frage, ob Mikrofeminismus ausreicht, um eine echte Veränderung zu bewirken. Zwei Teilnehmerinnen haben Beispiele gegeben, wie sich Rollen in der Partnerschaft (im Business und privat) neu definieren lassen. Auch das Thema Intersektionalität wurde nochmal angeschnitten.

Eine gute Runde, interessante Diskussion viele neue Impulse.


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